Die Strebarbeit der Bergleute im Kupferschieferbergbau im Mansfelder Revier in historischer Zeit

Im Bergbau des Mansfelder Landes wurden die Bergleute immer nach der Menge des geförderten erzhaltigen Kupferschiefers entlohnt, für taubes Gestein gab es kein Geld. Deshalb wurde der Streb, das ist der Arbeitsplatz des Bergmannes so niedrig wie möglich gehalten. Im allgemeinen war das die Schulterhöhe des im Liegen arbeitenden Häuers, also etwa 40 Zentimeter. Jeder Bergmann hatte einen Streb von etwa 3 Meter Breite zu bearbeiten. Die Arbeitsweise bedingte, dass nur Rechtshänder als Häuer arbeiten konnten. Ein Linkshänder hätte den neben ihm arbeitenden Häuer mit der Keilhaue schwer verletzt.

Bild: Kumpel des VEB MANSFELDKOMBINAT WILHELM PIECK bei der Arbeit unter Tage 1952. Bild: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license.

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Der Arbeitszyklus war unter anderem durch die geologischen Verhältnisse vorgegeben:

  1. Zuerst wurde das taube Gestein „versetzt“. Dabei wurde der im vorhergehenden Zyklus entstandene Hohlraum mit den tauben Gesteinsmassen verbaut. Damit ersparte man sich den Transport beträchtlicher Mengen nicht verwertbaren Materials an die Oberfläche und zusätzlich wurde das Dach des Strebes vor dem Einstürzen gesichert.
  2. Die untere Schicht des Kupferschiefers, die so genannte feine Lette, wurde durch Schrämmen mit der Keilhaue gewonnen. Da die feine Lette in ihrer Struktur sehr unterschiedlich beschaffen sein konnte, setzte das Schrämmen eine hohe bergmännische Erfahrung voraus, zumal es spezielle Keilhauen für jeden Einsatzzweck gab. Das Ergebnis dieses Arbeitsschrittes war eine etwa 15 bis 20 Zentimeter tiefe Nut, die sich über die gesamte Breite des Strebabschnittes des Häuers erstreckte.
  3. Die über der Lette liegenden festen Erzmassen wurden mit Schlägel und Eisen gewonnen. Wo dies nicht möglich war, weil beispielsweise ein zu geringer Druck auf den Schiefermassen lastete, blieb nur die Möglichkeit des Feuersetzens [1]. Für den Häuer begann nach dieser Arbeit der Zyklus von vorn.
  4. Die gewonnenen Erze wurden dann von so genannten TRECKEJUNGEN aus den Streben abtransportiert. Dem Treckejungen wurde ein HUNT [2] an einem Bein befestigt. Der Hunt wurde dann vom Treckejungen in liegend-kriechender Körperhaltung zur nächsten Füllstelle gezogen und ausgeleert. Für diese außerordentlich schwere und nicht ungefährliche Arbeit wurden die jüngsten Bergleute als Treckejunge angestellt, oft bereits im Alter von 12 Jahren. Das gilt natürlich nicht mehr für die Zeit der DDR.

Zur Sicherung der Stollen gegen einen Einsturz der Decke wurden früher unten angespitzte Holzstempel verwendet. Auf diese Weise wurden Unmengen Holz aus den Wäldern des nahen Harzes verbraucht. Die Bergleute hatten das Privileg, die Abfallstücke, so genannte Fummelklötze, mit nach Hause zu nehmen. Mit der Erfindung der Sprengmittel wurde die Arbeit der Bergleute unter Tage deutlich erleichtert, aber nicht ungefährlicher.

  1. Das Feuersetzen wurde Anfang des 19. Jahrhunderts durch das Sprengen ersetzt. Presslufthämmer wurden erst ab etwa 1920 eingesetzt. []
  2. Ein Hunt war etwa 2 Meter lang und hatte zwei Achsen auf denen jeweils zwei kleine Räder oder Rollen saßen. []

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