Das nördlichste Qualitätsweinbaugebiet Deutschlands – Die Weinstraße Mansfelder Seen im Weinbaugebiet Saale-Unstrut

Das nördlichste Qualitätsweinbaugebiet Deutschlands
– Süßer See –
Aseleben • Höhnstedt • Langenbogen • Lüttchendorf • Rollsdorf
Seeburg • Unterrißdorf • Wormsleben • Zappendorf

An den klimatisch begünstigten Hanglagen um den Süßen See, zwischen Halle an der Saale und Lutherstadt Eisleben, befindet sich ein Teil des nördlichsten Weinbaugebietes Deutschlands. Die besonderen klimatischen und geografischen Bedingungen des Harzvorlandes haben dieser Landschaft ihren eigenen Reiz gegeben. Obst- und Weinanbau bieten sich in dieser klimatisch begünstigten Lage geradezu an.

Bild: Das imposante Schloss Seeburg am Süßen See ist zweifellos das Zentrum der Weinstraße Mansfelder Seen.

Bild: Das imposante Schloss Seeburg am Süßen See ist zweifellos das Zentrum der Weinstraße Mansfelder Seen.

Die Gegend um den Süßen See ist eine uralte Kulturlandschaft, die vom Menschen geformt und nachhaltig verändert wurde. Heute gibt es nur noch den Süßen See und seine deutlich kleineren Brüder Binder- und Kernersee. Aber noch im 19. Jahrhundert wurde die Landschaft vom etwa dreimal so großen Salzigen See dominiert. Dieser musste jedoch aus ökonomischen Gründen – die Lebensader der Region waren im Laufe der Jahrhunderte der Kupfer- und Kalibergbau geworden – leer gepumpt werden. Möglicherweise hat sich damit auch das Mikroklima dieses Gebietes verändert, denn Wasser wirkt temperaturausgleichend.

Heute ist der Salzige See langsam wieder im Entstehen und viele Hoffnungen verbinden sich nach dem Ende des Bergbaues mit den Möglichkeiten einer touristischen Nutzung der Landschaft. Am Süßen See wurde im Frühjahr 2003 die WEINSTRASSE MANSFELDER SEEN eröffnet. Sie verbindet auf einer Länge von knapp 22 Kilometern die historischen Weinbauorte Unterrißdorf, Lüttchendorf, Wormsleben, Aseleben, Seeburg, Rollsdorf, Langenbogen, Höhnstedt und Zappendorf.

Bild: Schematische Karte der Weinstraße Mansfelder Seen im Weinbaugebiet Saale-Unstrut. (c) 2004 by Birk Karsten Ecke.

Bild: Schematische Karte der Weinstraße Mansfelder Seen im Weinbaugebiet Saale-Unstrut.
(c) 2004 by Birk Karsten Ecke.

Fast alle Attraktionen und Sehenswürdigkeiten der Weinstraße liegen abseits der großen Hauptstraßen und auch viele der Weinberge sind von der Schnellstraße B80, die von Eisleben nach Halle an der Saale führt, nicht zu sehen. Zeit und Muße sind daher Voraussetzung, diese Gegend zu erkunden und dauerhafte Eindrücke zu sammeln. Dafür wird man von einer Landschaft überrascht, die mit ihrem fast südländischen Flair so gar nicht in die ansonsten doch etwas herbe Vorharzregion passt. Die Orte an der Weinstraße überraschen mit einigen historischen Sehenswürdigkeiten.

Bild: Der romantischen Kirche von Seeburg haftet ein morbider Charme an, dem sich kaum jemand entziehen kann.

Bild: Der romantischen Kirche von Seeburg haftet ein morbider Charme an, dem sich kaum jemand entziehen kann.

Der Weinanbau hat hier eine mehr als tausend Jahre alte Tradition. Überhaupt wurde im Hochmittelalter deutlich mehr Wein auf größeren Flächen angebaut als heute. Wein war schließlich das Hauptgetränk fast aller Menschen dieser Zeit [1], deshalb war er bereits Bestandteil der Morgenmahlzeit. Die Qualität dürfte je nach Anbaugebiet und Fähigkeit des Winzers eher schlecht gewesen sein, denn Weinanbau wurde bis an den Strand der Ostsee, ja selbst bis nach Südschweden betrieben. Den Menschen damals blieb aber eigentlich keine Alternative zum Wein, denn die Qualität des Trinkwassers war wegen mangelnder Hygiene und fehlender sanitärer Infrastruktur extrem schlecht [2]. Angesehene Ärzte des Mittelalters empfahlen deshalb zweimal monatlich einen kräftigen Rausch!

Die Winzer dieses Weinanbaugebiets keltern heute Weine bester Qualität. Es werden sowohl Rot- als auch Weissweine angebaut, gekeltert und oft direkt in den Weingütern zu angemessenen Preisen verkauft. Für den Kunden hat das zwei Vorteile: Er lernt den Winzer persönlich kennen und umgeht den Zwischenhandel. Neben dem Spaß und der exzellenten Beratung können Sie also auch noch einiges an Geld sparen. Außerdem unterstützen Sie direkt die örtlichen Winzer, die es gegen die Konkurrenz der Lebensmitteldiscounter auch nicht gerade leicht haben. Ich selbst liebe trockene und gehaltvolle Rotweine, die nach Beeren und Mineralien schmecken – und hier finde ich diese Weine.

Bild: Yachthafen am Süßen See neben Schloss Seeburg.

Bild: Yachthafen am Süßen See neben Schloss Seeburg.

Bild: Seepromenade in Seeburg am Süßen See.

Bild: Seepromenade in Seeburg am Süßen See.

Bild: Naherholungsgebiet bei Seeburg am Süßen See.

Bild: Naherholungsgebiet bei Seeburg am Süßen See.

Bild: Die Landschaft der Weinstraße Mansfelder Seen erinnert teilweise an die Weinberge nördlich vom Balaton in Ungarn.

Bild: Die Landschaft der Weinstraße Mansfelder Seen erinnert teilweise an die Weinberge nördlich vom Balaton in Ungarn.

Bild: Blick auf die Weinberge am Süßen See.

Bild: Blick auf die Weinberge am Süßen See.

Bild: Blick auf die Weinberge. Im Hintergrund das Montanwachswerk Wansleben am See.

Bild: Blick auf die Weinberge. Im Hintergrund das Montanwachswerk Wansleben am See.

Bild: Blick auf die Weinberge. Im Hintergrund das Montanwachswerk Wansleben am See.

Bild: Blick auf die Weinberge. Im Hintergrund das Montanwachswerk Wansleben am See.

 

Bild: Das 1982 errichtete Dekmal im Ortskern von Röblingen am See erinnert an die drei ehemals verbreiteten Gewerke in der Region: Fischerei, Landwirtschaft und Bergbau.

Bild: Das 1982 errichtete Dekmal im Ortskern von Röblingen am See erinnert an die drei ehemals verbreiteten Gewerke in der Region: Fischerei, Landwirtschaft und Bergbau.

Bild: Noch führt eine Straße über den wieder im Entstehen begriffenen Salzigen See.

Bild: Noch führt eine Straße über den wieder im Entstehen begriffenen Salzigen See.

Externe Links:
Die Internetseite des Weingutes Born
http://www.weingut-born.de

  1. Bier wurde erst später populär. Mit dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 wurde die Qualität des Bieres standardisiert. Vorher wurde so ziemlich alles in das Bier gemischt, was verfügbar war. Wacholder und Kirschsaft dürften da wohl eher als harmlose Zutaten durchgehen. Die Qualität des Brauwassers war mit Sicherheit so schlecht wie die des Trinkwassers. Sanitäre Einrichtungen und Kläranlagen waren in Deutschland – in den Dörfern Mitteldeutschlands in Einzelfällen bis in die 1980er Jahre – nicht vorhanden. Also lief das Abwasser direkt in die Trinkwasserbrunnen. Ein Beispiel, das ich noch aus meiner Jugend kenne, ist das Unterdorf von Bräunrode, Meine Urgroßeltern holten ihr Wasser bis zu Ihrem Tode Mitte der 1980er Jahre direkt aus einem mit einer Handpumpe versehenen Brunnen. Der Brunnen befand sich logischerweise am tiefsten Punkt. Daneben lagen einige Bauernhäuser, die eine Nebenerwerbslandschaft betrieben. Mein Vater hat mir immer eindringlich untersagt, dieses Wasser zu trinken. Geschmeckt hat es trotzdem. []
  2. Der Wein hatte mit Sicherheit nicht den Alkoholgehalt uns heute bekannter Abfüllungen. Außerdem dürfte auch hier – genau wie beim Bier – reichlich mit Kräutern, Honig und anderen Zutaten gepanscht worden sein, um überhaupt ein einigermaßen genießbares Getränk zur Verfügung zu haben. Oder können Sie sich einen delikaten Cabernet Sauvignon von der rauhen Steilküste der Insel Rügen vorstellen? []

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