Gabriel Bach – גבריאל בך – Der stellvertretende Chefankläger im Fall Adolf Eichmann

Gabriel Bach wurde am 13. März 1927 als Sohn des wohlhabenden Direktors der HIRSCH KUPFER- UND MESSINGWERKE in der Harzstadt Halberstadt geboren. Seit seinem 2. Lebensmonat wuchs er in Berlin auf und besuchte dort ein jüdisches Gymnasium. Als der Terror des Naziregimes immer schlimmer wurde, verließ die Familie im Oktober 1938 das Deutsche Reich und flüchtete in die Niederlande. Kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen verließen die Flüchtlinge ihr Asyl in Richtung Palästina und ließen sich in Jerusalem nieder. Nach dem Krieg studierte Bach in London Jura und schloss das Studium 1949 mit Auszeichnung ab. Später arbeitete er bei der Staatsanwaltschaft und wurde 1961 zum stellvertretenden Leitenden Staatsanwalt berufen. Im selben Jahr wurde er auch stellvertretender Ankläger im Fall Adolf Eichmann, der von einem israelischen Gericht wegen seiner unsagbar grausamen Verbrechen zum Tode verurteilt wurde [1].

Bild: Gabriel Bach im Oktober 2009. Dieses Bild ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Urheber ist Etan Tal - איתן טל.

Bild: Gabriel Bach im Oktober 2009.
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Im Jahre 1982 wurde Bach zum Richter an den Obersten Gerichtshof berufen, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1997 wirkte. Im Anschluss übernahm er den Vorsitz des sogenannten BACHMANN-COMMITTE, das über Personalfragen der Israelischen Armee IDF berät und außerdem vertritt er Israel bei einigen Konferenzen der UNO. Gabriel Bach lebt heute mit seiner Frau Ruth in Jerusalem. Bach konnte lange Zeit keinen Frieden mit Deutschland finden, erst die Berufung Gustav Heinemanns zum Justizminister 1966 den Bach persönlich kennenlernte und mit ihm in Briefkontakt stand, änderten seine Einstellung zu seiner ehemaligen Heimat. Bach erhielt als besondere Würdigung seines Schaffens das Bundesverdienstkreuz und ist Ehrenmitglied der Londoner Universität.

Bild: Adolf Eichmann in der Uniform der SS. This work is free software; you can redistribute it and/or modify it under the terms of the GNU General Public License as published by the Free Software Foundation; either version 2 of the License, or any later version. This work is distributed in the hope that it will be useful, but without any warranty; without even the implied warranty of merchantability or fitness for a particular purpose.

Bild: Adolf Eichmann in der Uniform der SS.
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Bild: Eine Szene während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem im Juli 1961. This file has been (or is hereby) released into the public domain by its author, Israel Government Press Office. This applies worldwide.

Bild: Eine Szene während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem im Juli 1961.
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  1. Eichmann wurde am 11. Mai 1960 in San Fernando/Argentinien von mehreren israelischen Mossad Agenten in einer spektakulären Aktion zuerst nach Uruguay gebracht und später nach Israel ausgeflogen. Dies war notwendig, weil der israelische Staat kein Auslieferungsabkommen mit Argentinien hatte und vermutlich der argentinische Staat auch nicht zu einer Auslieferung bereit gewesen wäre. Vermutungen zufolge war der Aufenthaltsort Eichmanns der CIA und dem BND schon seit 1958 bekannt. Adolf Eichmann, der am 19 März 1906 in Solingen geboren wurde, galt als einer der führenden Köpfe der Judenvernichtung. Im Jahre 1941 übernahm er von Reinhard Heydrich die Leitung des Referats IV D4 und war für die gesamte Organisation der Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Bürger in Deutschland und den besetzten Gebieten zuständig. Nach seiner Verhaftung durch den israelischen Geheimdienst leugnete er beharrlich über die Tragweite seiner Verbrechen bescheid zu wissen und gab vor nur ein einfacher Befehlsempfänger gewesen zu sein. Adolf Eichmann hat sich unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg mehrfach falsche Identitäten zugelegt und flüchtete im Jahre 1950 mit Hilfe der katholischen Kirche und mit dem falschen Namen Ricardo Klement über Österreich und Italien nach Argentinien, wo er in einem LKW-Werk als Elektriker arbeitete. []

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