Sagen aus der Gegend um Hettstedt - Der Mönch im Brauhof zu Harkerode
In dem Brauhofe, welcher im Thale der Eine bei Harkerode liegt, treibt ein umgehender Mönch seinen Spuk, der dem Eigentümer des Grundstücks ein erwünschter Geselle ist. Knechte und Mägde dagegen, welche dem Faulenzen ergeben sind, loben ihn nicht und wünschen ihn dahin, wo der Pfeffer wächst. Der Mönch hält Ordnung im Hause und schaut umher, ob er jemanden auf dem faulen Pferde finde, und ist dieses der Fall, so regnet es im Hui Prügel auf den Buckel des Saumseligen. Sieben Jahre hinter einander macht er so den Haus- und Stockmeister im Brauhofe, am Ende derselben aber wandelt er jedesmal hinauf nach den Burgtrümmern, in welchen, sowie er dort angekommen, ein so grausiges Poltern und Lärmen entsteht, daß dem, der es hört, die Haare zu Berge steigen. Nach kurzer Zeit wird es dann wieder ruhig in dem öden Gemäuer, und unten im Brauhofe hebt dann der Mönch sein Regiment wieder an und haut unbarmherzig auf die Rücken ein, die sich nicht gerne krümmen und am schwierigsten Ende anfassen.

Bild: Der Mönch im Brauhof zu Harkerode.
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