Hettstedt – Der Stadtpark mit dem ehemaligen Friedhof

Zum Stadtpark der Stadt Hettstedt gelangt man vom Markt aus auf einem kurzen Anstieg unmittelbar hinter der Kirche St. Jacobi. Der heutige Stadtpark wurde bis 1539 als Gottesacker genutzt, danach aber aufgegeben. Die Gründe für die Verlegung des Friedhofes können vielfältig sein. So war das 16. und 17. Jahrhundert in Mitteldeutschland die furchtbare Zeit der Pest und auch Hettstedt hatte viele Tote zu beklagen. Andererseits war das mittelalterliche Hettstedt durch sehr beengte bauliche Verhältnisse gekennzeichnet, da der Stadtkern kaum größer als ein Dorf war.


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Vom Markt aus kommend fällt am Eingang des Stadtparks das historische Bahrenhaus auf. Der historische und äußerlich schmucklose – heute leider der zunehmenden Verwahrlosung preisgegebene Bau – beherbergt in seinem Inneren interessante Epitaphe und Grabplatten.

Bild: Blick auf das Bahrenhaus auf dem ehemaligen Friedhof von Hettstedt.

Bild: Blick auf das Bahrenhaus auf dem ehemaligen Friedhof von Hettstedt.

Bild: Blick auf das Bahrenhaus auf dem ehemaligen Friedhof von Hettstedt.

Bild: Blick auf das Bahrenhaus auf dem ehemaligen Friedhof von Hettstedt.

Bild: Epitaph im Bahrenhaus auf dem ehemaligen Friedhof von Hettstedt.

Bild: Epitaph im Bahrenhaus auf dem ehemaligen Friedhof von Hettstedt.

Bild: Epitaph am Bahrenhaus auf dem ehemaligen Friedhof von Hettstedt.

Bild: Epitaph am Bahrenhaus auf dem ehemaligen Friedhof von Hettstedt.

Auch an der Mauer des Stadtparks, die früher ein Teil der Stadtbefestigung war, sind noch historische Grabplatten zu sehen. Außerdem erinnert ein Denkmal an die Opfer des Nationalsozialismus. Ein kleiner Gedenkstein erinnert an die furchtbare Trichinenepidemie des Jahres 1863. Damals starben nach einem Fest zu Ehren der Völkerschlacht bei Leipzig 23 – nach anderen Quellen 27 – Hettstedter, unter ihnen der damalige Bürgermeister, nach dem Genuss von rohem Hackfleisch. Das im Mansfelder Land noch heute so beliebte KNÄTZCHEN – also Hackepeter – wurde den Hettstedtern zum Verhängnis. Diese Epidemie führte letztlich zum Erlass des preußischen Fleischbeschauungsgesetzes [1].

Bild: Historische Grabplatte an der Mauer des Stadtparkes in Hettstedt.

Bild: Historische Grabplatte an der Mauer des Stadtparkes in Hettstedt.

Bild: Denkmal zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus im Stadtpark von Hettstedt.

Bild: Denkmal zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus im Stadtpark von Hettstedt.

Bild: Gedenkstein zu Ehren der Opfer der Trichinenepidemie im Stadtpark von Hettstedt.

Bild: Gedenkstein zu Ehren der Opfer der Trichinenepidemie im Stadtpark von Hettstedt.

  1. Trichinen rufen eine sehr ernste Erkrankung hervor. Die Würmer führen zu Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Muskelschmerzen und Schwindel. Danach beginnen die durch die Larven hervorgerufenen Symptome mit Ödemen im Gesichtsbereich und Fieber. Diese Symptome halten bis zu einem Jahr an und verschwinden danach manchmal ohne bleibende Folgen. Häufig führen Trichinen aber auch zum Tode des Infizierten. Vor der Einführung des Fleischbeschaugestzes sollen in Deutschland etwa 15.000 Menschen an Trichinen gestorben sein. Heute stellen Trichinen bei gekauftem Fleisch aus den Ländern der EU keine Gefahr mehr dar. Auch das Fleisch allesfressender jagdbarer Wildarten, zum Beispiel das von Wildschweinen, muss untersucht werden. []

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