
Die Burgruine Arnstein bei Harkerode im Unterharz.
Über die folgenden 160 Jahre ist nicht sehr viel bekannt. Im Jahre 1296 trat der letzte Arnsteiner, Walther, in den Deutschen Orden ein. Der gesamte Besitz fiel an Otto von Falkenstein, den Gemahl seiner Schwester Luitgart. Die Burg wurde durch Vögte verwaltet, denn die Herren von Falkenstein behielten den Wohnsitz auf ihrer Stammburg, der Burg Falkenstein über dem Tal der Selke. Nur eine Generation später, im Jahre 1334, starben mit dem Tode des Grafen Burchard auch die Falkensteiner aus. Um die Herrschaft Arnstein entbrannte ein verbissener Kampf zwischen dem Grafen von Regenstein und den Halberstädter Bischöfen. Dieser endete mit einem Vergleich: die Regensteiner erhielten die Herrschaft Arnstein, aber ohne Stadt und Schloss Hettstedt, welches beim Bischof von Halberstadt verblieb.

Die Burgruine Arnstein bei Harkerode im Unterharz.
Bereits 1387 verkauften die Grafen Ulrich und Burchard von Regenstein das Schloss mit dem verbliebenen Teil der Herrschaft an die Mansfelder Grafen Busso und Günther. Die Herrschaft umfasste zu diesem Zeitpunkt folgende Orte:

Bild: Wappen der Grafen von Mansfeld an der Südwestseite der Burg Arnstein.
Unter Graf Johann Albrecht von Mansfeld-Vorderort blühte das Schloss nochmals auf: da er hier seinen ständigen Wohnsitz hatte ließ er es weiter ausbauen. Für die Kirche wurde zu dieser Zeit eigens ein Schlossprediger angestellt. Nach dem Tode Johann Albrechts im Juli 1586 lebte dessen ältester Sohn auf dem Schlosse, bis auch er am 1. Februar 1601 verstarb. Sein jüngerer Bruder Wilhelm war – wie in diesen Zeiten üblich – als nicht direkt erbberechtigter in fremde Dienste getreten und hatte deshalb kaum Gelegenheit sich um den Arnstein zu kümmern. Mit seinem Tode 1615 starb die Arnsteiner Linie aus.
Dennoch wurde das Schloss weiterhin ständig bewohnt, denn die Eisleber Linie büßte im Hochsommer des Jahres 1601 ihr Stadtschloss bei einem Stadtbrand ein und bezog deshalb den Arnstein. Dieser war während des gesamten Dreißigjährigen Krieges eine sichere Zufluchtsstädte. Graf Georg II. und seine erste Frau Barbara Maria nahmen sogar etwa 600 ihrer durch die marodierenden Soldaten hart getroffenen Untertanen auf dem Schloss auf. In diese Zeit fällt auch die Einrichtung einer Apotheke auf dem Arnstein. Am 15. März 1636 verstarb Barbara Maria, etwa einen Monat nach der Geburt ihres Sohnes Hoyer Christoph. Am 1. November 1637 vermälte sich Georg II. erneut, diesmal mit Barbara Magdalena, einer Tochter des Grafen David von Mansfeld-Hinterort. Der Wohnsitz wurde auf das Schloss Schraplau, das durch die Hochzeit in Besitz der Eisleber Linie gelangte, verlegt - ein Todesurteil für den Arnstein, denn dieser war von nun an dem unaufhaltsamen Verfall preisgegeben.
1678 wurde die Herrschaft Arnstein, die infolge Insolvenz des Vorderortes im Jahre 1570 zu 2/5 unter Kursächsiche Verwaltung gekommen war, mit Ausnahme der Burg, des an ihrem Fuße gelegenen Brauhofes und des Harkeröder Vorwerkes an den Freiherren von Knigge verpfändet. Die als Ausnahme genannten Bestandteile blieben bis zu deren Aussterben im Mannesstamme im Jahre 1780, als Johann Wenzel Nepomuck von Mansfeld -Vorderort-Bornstedt tödlich bei einer Kutschfahrt verunglückte, im Besitz der Mansfelder Grafen.
1812 kamen die Freiherren von Knigge durch die Regierung des Königreichs Westphalen in den endgültigen Besitz von Herrschaft und Schloss Arnstein. Wahrscheinlich haben die Knigges nie auf dem Arnstein gewohnt. Sie ließen um das Jahr 1700 das Schloss Harkerode in der Nähe des Flüsschens Eine erbauen. Die Familie von Knigge wurde 1945 im Rahmen der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone enteignet und ihr Besitz in Volkseigentum überführt.
Seit wann die Burg Anstein völlig unbewohnt ist, lässt sich heute nicht mehr genau feststellen. Der Herr von Rohr besuchte jedenfalls 1736 die Burg und stellte fest: „Aus dem weitläufigen Umfange des Schlossplatzes erkennt man, dass vor diesem viele und ansehnliche Gebäude hier müssen gestanden haben; sie liegen aber grösstenteils in ihren Ruinen, und siehet man von vielen nichts mehr als die blossen Mauren.“ Im Jahre 1812 fand ein anderer Besucher auf dem Arnstein einige arme Familien hausend, die sich in den halbverfallenen fensterlosen Gebäuden niedergelassen hatten und unter außerordentlich elenden Bedingungen lebten. Heute stellt die Burgruine auf Grund ihrer Größe und ihres Zustandes immer noch eine der imposantesten Anlagen im Harz dar.
Die Substanz der Burgruine hat im strengen und langen Winter 2009/2010 arg gelitten. Ringmauer, Palas und Bugkapelle sind stark von Frostschäden betroffen. Eine dringend notwendige Reparatur wird mindestens 250.000,- € kosten. Der Heimatverein Arnstein e.V. kann diese hohe Summe nicht selbst aufbringen. Daher wurde ein Spendenkonto eröffnet: Volksbank Halle eG ● Konto-Nummer 7059639 ● Bankleitzahl 80093784. Bitte helfen auch Sie mit, dieses einzigartige Bauwerk zu erhalten.

























Bilder: Die Burgruine Arnstein bei Harkerode im Unterharz.
Video: Burgruine Anstein. Bitte klicken Sie auf das Bild oder den Link, um das Video von der Burgruine Arnstein anzusehen (Format: Apple QuickTime, Größe: 39 MByte).
Ein wichtiger Tip: Die Karte zeigt zeigt die exakten Koordinaten der Burgruine Arnstein. Das Gelände der Burgruine ist offiziell nicht mit dem Auto zu erreichen. Ausreichend Parkmöglichkeiten befinden sich unterhalb der Burgruine Arnstein zwischen den Dörfern Sylda und Harkerode. Von dort aus geht es in moderatem Anstieg in etwa 10 Minuten zu Fuß zur Burgruine Arnstein. Für Rollstuhlfahrer ist dieser Weg wegen der künstlich aufgebauten Durchfahrtsperren leider nicht geeignet.
Interne Links:
Die Grafen von Mansfeld und ihre Herrschaft
Harkerode - Das Schloss der Familie von Knigge
Mansfeld - Burg, Festung und neogotisches Schloss
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