Denkmale im Harz und dem Harzvorland: Kyffhäuser - Denkmal und Burgen, Gedicht und Sage


Einleitung

An der Südostflanke des Harzes - von diesem nur durch die Goldene Aue getrennt - liegt das Kyffhäuser-Gebirge. Sein höchster Berg ist der Kulpenberg mit einer Höhe von 473 Metern über dem Meeresspiegel. Trotz dieser vergleichsweise geringen Höhe steigt der Kyffhäuser, wie der gesamte Höhenzug vereinfacht genannt wird, steil aus dem ihn umgebenden Flachland auf. Geologisch weist das Kyffhäuser-Gebirge einige Besonderheiten, wie Verkarstung und Salzquellen, auf. Das Gebirge steht heute als Naturpark unter einem besonderen gesetzlichen Schutz. Die mit 457 Metern zweithöchste Erhebung des Kyffhäusers ist der Burgberg, der durch seine isolierte Lage - er bildet duch seinen extremen Steilabfall nach Norden zur Goldenen Aue und das Lange Tal im Süden praktisch eine Bergzunge - seit Urzeiten als befestigter Aussichts-, Flucht- und Verteidigungspunkt genutzt wurde. 1896 wurde der Kyffhäuser um eine Attraktion, die ihn deutschlandweit bekannt machte, reicher. In diesem Jahr wurde das Kyffhäuser-Denkmal zu Ehren Kaiser Wilhelms I. eingeweiht.

Bild: Das Kyffhäuserdenkmal in einer historischen Abbildung.

Bild: Das Kyffhäuserdenkmal in einer historischen Abbildung.
Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.


Aber bereits weit früher hat dieser mythische Berg die Menschen in Ihren Bann gezogen. Schon im Mittelalter spielte hier die BARBAROSSASAGE, die zuerst nur mündlich weitergegeben wurde, bevor sie in der Zeit der Romantik in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Ludwig Bechstein in einer ausdrucksvollen Sprache niedergeschrieben wurde. Etwas früher, im Jahre 1817, hatte Friedrich Rückert das Gedicht DER ALTE BARBAROSSA verfasst. Zu beiden Werken finden Sie mehr weiter unten auf dieser Seite.

Bild: Das Kyffhäuserdenkmal auf einer zeitgenössischen Fotografie Ende der 1990er Jahre.

Bild: Das Kyffhäuserdenkmal auf einer zeitgenössischen Fotografie Ende der 1990er Jahre.



Mythos Kyffhäuser

Friedrich I. wurde 1152 in Aachen zum Deutschen König und 1155 in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Wegen seines roten Bartes wurde er Barba-Rossa genannt. Kaum ein deutscher Kaiser hat seine Zeit so nachhaltig beeinflusst, wie der Staufer Friedrich I. Barbarossa. Sein Reich umfasste das heutige Gebiet Deutschlands, den Alpenraum und den nördlichen Teil Italiens. Seine Innenpolitik war geprägt durch zentralistische Stärke und Frieden. Er beendete die Zerstrittenheit der Territorialherren und ihre laufenden Fehden, unter denen besonders die Landbevölkerung zu leiden hatte.

Bild: Blick auf den Kyffhäuser von der Kaiserpfalz zu Tilleda.

Bild: Blick auf den Kyffhäuser von der Kaiserpfalz zu Tilleda.


Friedrich I. ertrank im Jahre 1190 während der Teilnahme am Dritten Kreuzzug im Fluss Saleph in Kleinasien. Seine Politik wurde von seinem Sohn Heinrich und seinem Enkel Friedrich II. weitergeführt. Der Tod Friedrichs II. im Jahre 1250 führte zum Niedergang der Staufer und zum Zerfall der Zentralgewalt. Für die Menschen in Deutschland ging eine - für die mittelalterlichen Verhältnisse - lebenswerte Zeit zu Ende, die geprägt war durch inneren Frieden sowie dem Ausbleiben von Epidemien und größeren Hungersnöten. Was nun folgte war ein Zeitabschnitt fortschreitender territorialer Zersplitterung, Willkür der Territorialherren und zunehmender weltlicher Macht des Klerus.

Die Menschen erinnerten sich unter diesen Umständen gern an alte, bessere Zeiten. Ihr Held war der letzte Kaiser Friedrich II., auch wenn dieser nie auf dem Kyffhäuser war. An ihn wurde der Sagenstoff zuerst gebunden, ging aber bereits im späten Mittelalter auf Friedrich I. Barbarossa über. Die Faszination des Sagenstoffs sorgte auch dafür, dass sich im Mittelalter diverse Leute als Kaiser Friedrich ausgaben. Sie alle rüttelten an den herrschenden Machtverhältnissen und sorgten damit für eine gewisse Nervosität unter Adel und Kirche. Deshalb wurden alle entlarvt, so wie ein geistig verwirrte Schneider, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts in den Ruinen der Burg Kyffhausen lebte.

In der Zeit der Romantik in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Kyffhäusergebirge zum beliebten Ausflugsziel. Man begann sich geistig wieder stärker mit den Werten des Mittelalters zu identifizieren und die Kyffhäusersage wurde neu belebt. Der Kyffhäuser und seine Sage wurde zum Ideal eines neu erwachten Nationalbewußtseins. In allen darauf folgenden Epochen haben die jeweils herrschenden politischen Klassen den Kyffhäuser für sich vereinnahmt. Die deutschen Kaiser, Adolf Hitler und selbst die Ikonen der DDR haben - wenn auch nach einigem Widerstreben - immer die von Berg und Denkmal ausgehende Faszination für ihre Propaganda ausgenutzt.


Kyffhäusergedicht und Kyffhäusersage

Das Barbarossa-Gedicht von Friedrich Rückert, 1817:

Der alte Barbarossa,
Der Kaiser Friederich.
Im unterirdschen Schlosse
Hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben,
Er lebt darin noch jetzt;
Er hat im Schloss verborgen
Zum Schlaf sich hingesetzt.

Er hat hinabgenommen
Des Reiches Herrlichkeit,
Und wird einst wiederkommen
Mit ihr zu seiner Zeit.

Der Stuhl ist elfenbeinern,
Darauf der Kaiser sitzt;
Der Tisch ist marmelsteinern,
Worauf das Haupt er stützt.

Sein Bart ist nicht von Flachse,
Er ist von Feuersglut,
Ist durch den Tisch gewachsen,
Worauf sein Kinn ausruht.

Er nickt als wie im Traume,
Sein Aug’, halb offen, zwinkt,
Und je nach langem Raume
Er einem Knabe winkt.

Er spricht im Schlaf zum Knaben:
Geh’ hin vor’s Schloss, o Zwerg,
Und sieh, ob noch die Raben
Herfliegen um den Berg.

Und wenn die alten Raben
Noch fliegen immerdar,
So muss ich auch noch schlafen
Verzaubert hundert Jahr.

Friedrich Rückert, 1817



Die Barbarossa-Sage von Ludwig Bechstein, 1836:
Kaiser Friedrich der Rotbart unternahm einen Kreuzzug in das heilige Land, dieses den Türken zu entreißen, von dannen er nicht wieder heimkehrte. Und bald darauf entstand im Volk mancherlei Gerücht und Sage, daß er nicht, wie doch die Kunde war, gestorben sei, sondem noch lebe, und wiederkommen werde. So wurde gesagt, er sei in einen Berg verzückt und gebannt. Manche nennen den Untersberg bei Salzburg, andere einen Felsen bei Kaiserslautern, darin der Kaiser verzaubert sitzen soll. Am meisten aber wird der Kyffhäuser als solcher Berg genannt. Da hinein soll er sich selbst verflucht haben mit seiner Tochter und allem Holgesinde bis zur Zeit seiner Wiederkehr Da sitzt er nun im Bergschloß, umgeben von seinen Wappnern, in einer glänzenden Halle, an einem güldenen Tisch und trägt auf dem Haupt eine alte güldene Krone. Des Kaisers roter Bart ist durch den Tisch gewachsen und reicht zweimal schon um den Tisch herum. Wenn er aber zum drittenmal herumreicht, dann wird der Kaiser heraufkommen, das Reich wieder behaupten, das Regiment bessern und das gelobte Land mit dem heiligen Grabe den Türken abgewinnen. Dann wird er seinen Schild hängen an den dürren Ast eines Birnbaumes, der auf dem Ratsfeld steht, und eine große Schlacht wird dann geschlagen werden, der Baum aber wird grünen und blühen. Auch schläft der Kaiser nicht, sondem er nickt und zwinkert mit den Augen, wie im Halbschlummer und alle hundert Jahre sendet er einen Zwerg hinauf zu schauen: ob die Raben noch um die alte Burgwarte von Kyffhausen fliegen? Wenn er nun wiederkommt und aussagt, daß sie noch fliegen, wird der alte Kaiser traurig wie zuvor und schlummert wieder fort. So haben ihn schon manche gesehen.


Das Kyffhäuserdenkmal

Das Kyffhäuser-Denkmal ist Kaiser Wilhelm I. gewidmet, jenem Kaiser, der nach dem Deutsch-Französischen Krieg das Deutsche Reich schuf. Ihm sollte nach dem Wunsch des Deutschen Kriegerbundes auf dem Kyffhäuser ein monumentales Denkmal gesetzt werden, da dieser Kaiser nach den Worten des Schriftführers des Bundes Dr. Westphal „die Sage erfüllt und Kaiser Rotbart erlöst habe“. Das Denkmal sollte ausschließlich aus Spenden finanziert werden. 1889 wurden alle Künstler des Deutschen Reiches aufgerufen, Entwürfe für das Denkmal abzugeben. Die Art des Denkmals wurde den Künstlern freigestellt, es musste aber der historische Barbarossaturm der Burganlage erhalten bleiben und das Denkmal musste von allen Seiten einsehbar sein. Den Zuschlag erhielt im Juli 1890 der Berliner Architekt Bruno Schmitz, so dass im gleichen Jahr mit den vorbereitenden Arbeiten auf dem Kyffhäuser begonnen werden konnte. Als Baumaterial wurde Sandstein verwendet, der vor Ort in ausreichender Menge vorhanden war. Bis zu 400 Menschen waren am Bau des Denkmals beschäftigt, so dass bereits 1895 die Turmspitze aufgesetzt werden konnte. Parallel zu den Bauarbeiten wurde der Wettbewerb für das Reiterstandbild und die Figur Barbarossas ausgerufen, da hier die Entwürfe Schmitz‘s nicht überzeugten. Für das Reiterstandbild wurden die Entwürfe des Berliner Bildhauers Emil Hundrieser ausgewählt. Die Teile des Reiterstandbildes wurde in München und Braunschweig aus Mansfelder Kupfer getrieben, einzeln zum Kyffhäuser transportiert und dort montiert. Für die Barbarossafigur wurde ein 6,5 Meter hohes Modell des ebenfalls in Berlin ansässigen Bildhauers Nicolaus Geiger ausgewählt, das von den Bildhauern Lock und Schwartz auf dem Kyffhäuser bearbeitet wurde. Am 18. Juni 1896 fand unter Anwesenheit Kaiser Wilhelms II., dem Enkel Wilhelms I., und fast 20.000 Soldaten die Denkmalweihe statt. Im darauf folgenden Jahr konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Die Gesamtbaukosten betrugen 1,45 Mio. Reichsmark, veranschlagt waren aber nur 800.000 Reichsmark.

Bild: Das Kyffhäuserdenkmal.

Bild: Das Kyffhäuserdenkmal.


Bild: Blick auf die Spitze des Kyffhäuserdenkmals.

Bild: Blick auf die Spitze des Kyffhäuserdenkmals.


Bild: Auf der Aussichtsplattform des Kyffhäuserdenkmals.

Bild: Auf der Aussichtsplattform des Kyffhäuserdenkmals.


Bild: Sandsteintreppe zur Spitze des Kyffhäuserdenkmals.

Bild: Sandsteintreppe zur Spitze des Kyffhäuserdenkmals.


Bild: Fensterkonstruktion mit Rosetten in der Spitze des Kyffhäuserdenkmals.

Bild: Fensterkonstruktion mit Rosetten in der Spitze des Kyffhäuserdenkmals.


Bild: Bronzeplatte mit dem ersten Vers der Nationalhymne der Deutschen Demokratischen Republik von Johannes R. Becher mit dem echten Willen nach der Einigung aller Deutschen. Die Musik zur Nationalhymne wurde von Hanns Eisler komponiert. Ab 1970 durfte der Text nicht mehr in der Öffentlichkeit gesungen werden.

Bild: Bronzeplatte mit dem ersten Vers der Nationalhymne der Deutschen Demokratischen Republik von Johannes R. Becher mit dem echten Willen nach der Einigung aller Deutschen. Die Musik zur Nationalhymne wurde von Hanns Eisler komponiert. Ab 1970 durfte der Text nicht mehr in der Öffentlichkeit gesungen werden.

Bild: Monumentale Seitentreppe am Fuße des Kyffhäuserdenkmales.

Bild: Monumentale Seitentreppe am Fuße des Kyffhäuserdenkmales.


Wäre es nach dem Willen des Architekten Bruno Schmitz gegangen, hätte der Kyffhäuser als Nationaldenkmal der Deutschen weitere Monumentalbauten erhalten (siehe Fußnote 1). Architektonischer Blickfang des Monuments ist der 81 m hohe Turm der von drei Terrassen eingeschlossen ist. Die Gesamtlänge des Denkmals beträgt 131 m, seine Gesamtbreite 96 m. Auf der Ringterrasse finden 15.000 Menschen Platz. Von hier hat man den besten Überblick über den Denkmalturm, das Reiterstandbild und die Barbarossa-Figur. Von der Turmspitze hat man an klaren Tagen einen wunderbaren Ausblick auf den Harz, die Goldene Aue und den Thüringer Wald. Aber auch sonst lohnt der Aufstieg auf den Turm mit seiner interessanten Architektur.

Bild: Blick vom Kyffhäuserdenkmal auf die Goldene Aue.
Bild: Blick vom Kyffhäuserdenkmal auf die Goldene Aue.
Bild: Blick vom Kyffhäuserdenkmal auf die Goldene Aue.

Bilder: Blick vom Kyffhäuserdenkmal auf die Goldene Aue.



Die Skulpturen am Kyffhäuserdenkmal

In einer Nische des Schlosshofes sitzt der schlummernde Kaiser Friedrich I. Barbarossa mit wallendem Bart. Der Berliner Bildhauer Nicolaus Geiger hat ihn Ende des 19. Jahrhunderts romantisierend und unglaublicher Detailtreue dargestellt. Genau so wie ihn Friedrich Rückert in seinem Gedicht beschrieben hat. Ob er wohl gleich aufwacht?

Bilder: Portrait des Kaisers Barbarossa mit wallendem Bart - genau so hat ihn der Dichter Friedrich Rückert in seinem romantischen und gleichsam traurigen Gedicht beschrieben.
Bilder: Portrait des Kaisers Barbarossa mit wallendem Bart - genau so hat ihn der Dichter Friedrich Rückert in seinem romantischen und gleichsam traurigen Gedicht beschrieben.

Bilder: Portrait des Kaisers Barbarossa mit wallendem Bart - genau so hat ihn der Dichter Friedrich Rückert in seinem romantischen und gleichsam traurigen Gedicht beschrieben.


Genau über der Figur Barbarossas befindet sich das Reiterstandbild des Deutschen Kaisers Wilhelm I. Emil Hunrieser schuf die 9,7 Meter hohe Statue. Der Kaiser ist in voller Uniform mit Pickelhaube, Soldatenmantel und Eisernem Kreuz dargestellt.

Bild: Standbild von Kaiser Wilhelm I. mit Soldatenmantel und Pickelhaube am Kyffhäuserdenkmal. Bronzestatue von Emil Hunrieser.<br />Bild: Standbild von Kaiser Wilhelm I. mit Soldatenmantel und Pickelhaube am Kyffhäuserdenkmal. Bronzestatue von Emil Hunrieser.<br />

Bild: Standbild von Kaiser Wilhelm I. mit Soldatenmantel und Pickelhaube am Kyffhäuserdenkmal. Bronzestatue von Emil Hunrieser.


Rechts neben Wilhelm I. sitzt ein germanischer Krieger mit Flügelhelm, Schwert und Schild, den Sinnbildern für Wehrhaftigkeit und Mut. Die linke Nebenfigur, eine Frau, reicht dem Kaiser mit der linken Hand einen Eichenlaubkranz. In der rechten Hand hält sie einen Griffel. Diese Figur verkörpert das Traditionsbewusstsein und die Werte Preußens.

Bilder: Die Skulpturen am Kyffhäuserdenkmal.
Bilder: Die Skulpturen am Kyffhäuserdenkmal.
Bild: Die Skulpturen am Kyffhäuserdenkmal.

Bilder: Die Skulpturen am Kyffhäuserdenkmal.


Die Unter-, Mittel- und Oberburg

Im Mittelalter befanden sich im Gebiet um den Kyffhäuser einige Königspfalzen, so zum Beispiel Tilleda oder Memleben. Die Pfalzen dienten, da die Könige zu dieser Zeit noch keine festen Herrschaftssitze hatten, als zeitweiliger Wohnsitz. Da sich das Kyffhäusergebirge unmittelbar an der Grenze des slawisch bewohnten Gebietes befand, waren zusätzliche Schutzburgen zur Sicherung der Pfalzen notwendig.

Bild: Die Unterburg am Kyffhäuser.
Bild: Die Unterburg am Kyffhäuser.
Bild: Die Unterburg am Kyffhäuser.

Bilder: Die Unterburg am Kyffhäuser.


Die strategisch günstige Lage begünstigte den Bau einer Burg auf dem Kyffhäuser, die um 1118 erstmalig genannt wurde. Ihre Blütezeit erlebte die Burg Kyffhausen im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. Von 1407 bis 1918 gehörte die Burg den Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, hatte aber keine militärische Bedeutung mehr. Bereits im 15. Jahrhundert war ihr Bauzustand schlecht, denn Chronisten sprachen vom „wüsten Schloss Kyffhausen“.

Bild: Reste der Mittelburg am Kyffhäuser.
Bild: Reste der Mittelburg am Kyffhäuser.

Bilder: Reste der Mittelburg am Kyffhäuser.


Zu ihrer Blütezeit war die Burganlage, bestehend aus Unter-, Mittel- und Oberburg, über 600 m lang und 60 m breit. Kernstück der Anlage war der etwa 30 m hohe Barbarossaturm, der Bergfried der Oberburg, der als stark befestigter Wehrturm eine letzte Zufluchtsmöglichkeit bot. Der Barbarossaturm kann heute wieder über eine provisorische Treppe, die zum in über 10 m Höhe befindlichen Eingang führt, besichtigt werden. Die Wasserversorgung der Burgbesatzung sicherte ein Brunnen, der mit 176 m der tiefste Brunnen Deutschlands ist.

Von der Mittelburg sind nur noch wenige Mauerreste übrig, da sie schon im Mittelalter als Steinbruch für Mühlsteine diente. Die Ruinen der Unterburg werden von einer gewaltigen, bis über 10 m hohen Ringmauer umgeben. In diesem Areal fallen besonders die Reste der Wallfahrtkapelle ZUM HEILIGEN KREUZ auf.

Obwohl der Kyffhäuser seit alten Zeiten immer mit dem mythischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Verbindung gebracht wurde, ist sein Aufenthalt auf der Burg nicht bezeugt.

Bild: Die Oberburg auf dem Kyffhäuser.
Bild: Die Oberburg auf dem Kyffhäuser.
Bild: Die Oberburg auf dem Kyffhäuser.

Bilder: Die Oberburg auf dem Kyffhäuser.



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Fußnoten:

  1. Der Architekt Bruno Schmitz hatte mit dem Kyffhäuser-Monument noch weitreichendere Pläne: 1897 schlug er vor, ein 400.000 Zuschauer fassendes Stadion für die Austragung von Nationalfesten am Fuße des Kyffhäuser zu bauen. Dieses Vorhaben wurde vom Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, dem Grundherren, abgelehnt. [☛ zurück]


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