
Bild: Am Alten Friedhof oder Campo Santo in der Caspar-Güttler-Straße in der Lutherstadt Eisleben.
Der Grundriss dieses Gottesackers ist nahezu quadratisch. In Anlehnung an ähnliche Friedhöfe in Italien wurde der Gottesacker Campo Santo - Heiliger Acker - genannt. Der Friedhof ist von einem zweiflügligen, nach einer Seite offenen Bahrenhaus zur Stadt abgegrenzt. Dieses Bahrenhaus wird Kronenkirche genannt, weil in ihm über den Erbbegräbnissen die Grabkronen aufgehängt wurden. Besonders sehenswert sind die in der Kronenkirche aufbewahrten Grabsteine aus der Zeit der Renaissance.






Bilder: Historische Grabsteine in der Kronenkirche auf dem Alten Friedhof oder Campo Santo in der Lutherstadt Eisleben.
Ein Spaziergang durch die weitläufige parkähnliche Anlage kommt einer Zeitreise durch die Geschichte der Bergbau- und Hüttenstadt gleich. Hier befinden sich die Erbbegräbnisse der reichen Oberschicht, aber auch Grabstätten von Soldaten, Kriegsgefangenen und Opfern des Nationalsozialismus.















Bilder: Auf dem Alten Friedhof oder Campo Santo in der Lutherstadt Eisleben.
Auch der um den Bergbau verdiente Bergrat Leuschner hat auf dem Campo Santo seine letzte Ruhestätte gefunden. Der 1878 verstorbene Bergrat Ernst Leuschner hat sich in besonderer Weise um dem Kupferschieferbergbau im Mansfelder Land verdient gemacht. Ohne ihn hätte der Bergbau bereits im 19. Jahrhundert eingestellt werden müssen.

Bild: Familiengrabstätte des Bergrates Ernst Leuschner auf dem Alten Friedhof oder Campo Santo in der Lutherstadt Eisleben.
Der 1824 verstorbene Senator Andreas Friedrich Zeissing hat sich in besonderer Weise um die Lutherschule und deren Schützlinge verdient gemacht.

Bild: Grabstätte des Pädagogen Andreas Friedrich Zeissing auf dem Alten Friedhof oder Campo Santo der Lutherstadt Eisleben.
Am 12. Februar 1933 überfielen SA- und SS-Angehörige eine Arbeiterturnhalle in Eisleben, in der eine von der KPD organisierte Jugendweiheveranstaltung stattfand. Die SA- und SS-Leute schossen auf die Teilnehmer der Veranstaltung und schlugen - insbesondere mit Spaten - auf diese ein. Dieser als „Eislebener Blutsonntag“ in die Geschichte eingegangene Überfall forderte 3 Tote und 25 Schwerverletzte. Die drei Toten waren Walter Schneider, Hans Seidel und Otto Helm. In der DDR schließlich wurden etliche der SA- und SS-Männer zu hohen Haftstrafen verurteilt (siehe auch: http://www1.jur.uva.nl/junsv/ddr/files/ddr1403.htm).

Bild: Das Ehrengrab der drei Todesopfer Walter Schneider, Hans Seidel und Otto Helm des Eislebener Blutsonntages 1933.

Bild: Das Ehrengrab der Opfer der Märzkämpfe im Mansfelder Land.
Ein besonders schweres Schicksal hatten Kriegsgefangene der Russischen und später der Roten Armee. Die Sterblichkeit der Angehörigen der Sowjetarmee in den deutschen Kriegsgefangenenlagern war besonders hoch. Auf dem Campo Santo wird der in Kriegsgefangenschaft verstorbenen russischen und sowjetischen Soldaten des 1. Weltkrieges gedacht (siehe Fußnote 1).

Bild: Ehrengrab der in Gefangenschaft verstorbenen sowjetischen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkrieges.
Interne Links:
Eisleben - Die sowjetischen Soldatenfriedhöfe
Eisleben - Das Ernst Leuschner Denkmal
Die Märzkämpfe 1921 im Mansfelder Land
Der Eislebener oder Eisleber Blutsonntag
Eisleben - Die Kriegsgedenkstätte auf dem campo santo - Alter Friedhof - von Eisleben
Fußnoten:
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