Schlösser im Harz und dem Harzvorland: Mansfeld - Burg, Festung und neogotisches Schloss


Das Schloss Mansfeld

Auf einem Bergsporn über dem beschaulichen Städtchen Mansfeld liegt das Schloss Mansfeld. Sein Alter ist heute nicht mehr genau zu bestimmen. Allerdings wird bereits um die Mitte des 10. Jahrhunderts ein Adliger Hoyer von Mansfeld erwähnt. Dies kann als Hinweis dafür gelten, dass schon um diese Zeit eine befestigte Anlage vorhanden war, denn der Adel pflegte sich nach dem Stammsitz zu benennen. Bereits Anfang des 13. Jahrhunderts muss die Burganlage eine beträchtliche Größe aufgewiesen haben - es waren neben anderem Personal auch zwei Ärzte auf der Burg. Außerdem war die Burg ungewöhnlich stark befestigt, denn im 14. Jahrhundert widerstand die Burg mehreren Belagerungen.

Bild: Das Schloss Mansfeld von der Rabenskuppe aus gesehen.<br />Bild: Das Schloss Mansfeld von der Rabenskuppe aus gesehen.<br />

Bild: Das Schloss Mansfeld von der Rabenskuppe aus gesehen.


Den Grafen von Mansfeld war reicher Kindersegen beschieden, was sich im Laufe der Jahre zu einem Problem entwickelte. Anfang des 16. Jahrhunderts kam es zur ersten Erbteilung, bei der die Grafschaft in drei Teile aufgeteilt wurde. Neben dem Schloss Mansfeld blieben auch Jagd, Fischerei und der Bergbau im gemeinsamen Besitz. Im 16. Jahrhundert tauchten zum ersten Male die Namen Vorderort, Mittelort und Hinterort für die drei Schlösser auf. Der Vorderort wurde rot, der Mittelort gelb und der Hinterort blau angestrichen. Gleichzeitig wurde die Befestigung erweitert und den neuen militärischen Erfordernissen angepasst. Damit wurde die größte Festungsanlage im mitteldeutschen Raum geschaffen.

Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
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Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
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Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.
Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.

Bild: Impressionen vom Schloss zu Mansfeld.


Da einerseits die wirtschaftlichen Rahmenbedingen der Kupfer- und Silbergewinnung, von der die Grafen ja hauptsächlich lebten, sich ständig verschlechterten und andererseits der Kinderreichtum der Grafen zu immer neuen Problemen führte, steuerte die Grafschaft und damit auch die Festung unaufhaltsam dem Untergang entgegen. 1570 wurde die Vorderortsche Linie sequestriert. Eine Kommision stellte Schulden in Höhe von fast 2,75 Millionen Gulden fest. Da die ebenfalls verschuldeten Linien vom Mittel- und Hinterort nicht zahlen konnten, erzwangen die Gläubiger der sechs Grafen von Manfeld-Vorderort 1570 die Zwangsverwaltung dieses Teiles der Grafschaft. Der nicht ganz so hoch verschuldete Mittel- und Hinterort wurde unter Landesverwaltung gestellt, damit die Schulden aus den Einkünften der Grafen abgetragen werden konnten. Die Grafen bewohnten ab diesem Zeitpunkt die in der Festungsanlage gelegenen Schlösser nur noch als Privatpersonen.

Im Dreißigjärigen Krieg (siehe Fußnote 1) wechselte die Festung mehrfach die Besitzer. Die Festung wurde stets durch vertragliche Regelungen oder List übergeben. Es gelang nie, sie im Sturm zu erobern. Selbst der schwedische General Wrangel biss sich mit seiner Kriegskunst an der Festung 1636 die Zähne aus, konnte aber nach längerer Belagerung eine Übergabe erzwingen. Die Festung blieb dann bis zum Ende des Krieges in schwedischer Hand.

Im August 1650 wurde die Festung wieder den Mansfelder Grafen übereignet. Auf die Bewohner der Grafschaft muss die Festung nicht nur durch ihre äußere Gestalt bedrohlich gewirkt haben, denn sie klagten über die hohen Abgaben, die sie zum Erhalt von Festung und Garnison aufbringen mussten. Tatsächlich wurde am 1. Juni 1774 mit dem Abtragen der Festungsanlagen begonnen, die noch vorhandenen Geschütze wurden nach Leipzig gebracht. Bis Ende November 1774 sollen täglich 430 Menschen mit den Abbrucharbeiten beschäftigt gewesen sein. Das Schloss verfiel in der Folgezeit zusehends. Der letzte lutherische Graf, der auf Vorderort lebte und 1710 dort starb, ließ bewußt den Mittel- und Hinterort verfallen. Das Schloss wurde später dem Fürstlich Mansfeldischen Oberforstmeister von Trebra zur Wohnung überlassen. Nach dem Tode des letzten Mansfelder Grafen Johann Wenzel Nepomuck - er verunglückte 1780 mit der Kutsche - wurde Schloss Mansfeld Eigentum des Königs von Preußen.

1790 wurde das Schloss an den preussischen Bergrat Bückling verkauft. Dieser ließ die letzten Reste der des Schlosses abreißen und erbaute ab 1795 ein neues Wohnhaus an der Stelle, an der der Vorderort stand. Der Bau muss ausgesprochen hässlich gewesen sein, denn über ihn wurde gesagt, dass er zur Umgebung passe, wie ein Eselskopf auf den Rumpf eines edlen Rosses.

Die Familie von der Recke, die 1856 in den Besitz des Schlosses gelangte, ließ dann auch den Bau Bücklings abreißen und ein Schloss im Neugotischen Stil aufbauen, dass sich auch heute noch ausgesprochen harmonisch in die umgebende Landschaft einfügt. 1946 wurde die Familie von der Recke im Rahmen der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet und das Schloss wurde Volkseigentum. Seit 1947 wird das Schloss von der evangelischen Kirche Deutschlands als Jugendbildungs- und Begegnungsstätte genutzt.


Die Schlosskirche

Mit den weitreichenden Umbauten des Schlosses Mansfeld des 15./16. Jahrhunderts entstand die im spätgotischen Baustil errichtete Schlosskirche, die heute das äußere Erscheinungsbild des gesamten Schlosses dominiert. Genaue Baudaten wurden aber nicht überliefert. Wahrscheinlich gab es aber schon einen Vorgängerbau, denn bereits in einer Urkunde aus dem Jahre 1229 wurde ein Kaplan auf der damaligen Burg erwähnt. Geweiht ist die Kirche dem Schutzpatron Mansfelds, dem heiligen Georg, und der Mutter Maria. Im Laufe der Jahrhunderte ist die Bausubstanz der Kirche immer wieder verändert worden. Die Kirche war schließlich Teil einer Festungsanlage und musste dementsprechend in das Verteidigungssystem einbezogen werden. 1907 und dann wieder 1947 wurde der Kirchenbau umfassend restauriert. Dennoch ist der Charakter der Ausstattung aus der Zeit des Überganges von der Spätgotik zur Frührenaissance bis in unsere Zeit nicht verloren gegangen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Grafen von Mansfeld in Glaubensfragen durchaus uneinig waren. Bereits Graf Albrecht VII. von Mansfeld-Vorderort war einer der größten Verfechter der Reformation und der Lehre Martin Luthers. Wahrscheinlich lernte er Luther bereits 1516 kennen. Auch sein Bruder Gebhard VII. war der Reformation zugeneigt. Ihr Vetter, Hoyer VI. von Mansfeld-Vorderort, blieb dagegen bis zu seinem Tode im Jahre 1540 streng katholisch. Auch andere Mansfelder Grafen blieben in späteren Zeiten katholisch (siehe Fußnote 2). Die Schlosskirche enthält neben weiteren interessanten Ausstattungsgegenständen einen bemerkenswerten Flügelaltar aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren. Der Altar wurde etwa 1520 durch einen Schüler Cranachs angefertigt. Auffällig ist die besonders künstlerische Ausführung der Bildtafeln im Stil der Renaissance.

Bild: In der Schlosskirche des Schlosses zu Mansfeld.

Bild: In der Schlosskirche des Schlosses zu Mansfeld.



Die Festung

Ab dem Jahre 1517 begannen die Grafen von Mansfeld mit dem Ausbau der Festung. Diese Maßnahme zog sich bis in das Jahr 1549 und diente vorrangig der Sicherung der parallel dazu entstehenden Schlösser Vorderort, Mittelort und Hinterort. Die Fortifikationsarbeiten wurden in den Anfangsjahren durch den aus Nürnberg stammenden Festungsbaumeister Martin Harder und in der Endphase durch Christoph Stieler aus Magdeburg geleitet.

Erst wer heute einen Spaziergang rund um die Festung unternimmt, kann die gewaltige Bauleistung wirklich nachvollziehen. Der Schlosskomplex war von mächtigen Befestigungswerken umgeben. Besonders die in relativ ebenes Gelände übergehende Süd- und Ostseite war von einem System aus tiefen und breiten Gräben, starken Mauern und Rondellen geschützt. Die Nord- und Westseite wurde durch eine Ringmauer abgesichert. Hier bildete der steile Geländeabfall eine zusätzliche natürliche Barriere für jeden Angreifer, die durch die gewaltige Minenbastion im Nordwesten zweifellos unterstützt wurde. Noch heute prägt die massiv wirkende Mine das Bild des Schlosses.

Bild: Die in ihrer Gewaltigkeit nicht zu übertreffende talwärts gerichtete Bastion Mine prägt auch heute noch das Bild des Schlosses zu Mansfeld.

Bild: Die in ihrer Gewaltigkeit nicht zu übertreffende talwärts gerichtete Bastion Mine prägt auch heute noch das Bild des Schlosses zu Mansfeld.

An diesen äußeren Befestigungskomplex schloss sich ein innerer an, der im wesentlichen durch die Schlösser Vorderort, Mittelort und Hinterort gebildet wurde. Auch dieser innere Ring wies starke Fortifikationen auf. Hier sind besonders die Fuchsbation im Nordosten und die gewaltige Katzenbastion im Süden zu erwähnen. Jede dieser Bastionen war wiederum durch diverse vorgelagerte Befestigungswerke verstärkt. Die einzelnen Festungsteile waren durch gewölbte Kasematten untereinander verbunden, von denen heute - viele Jahrhunderte nach der Schleifung der Festung - nur noch Reste zu besichtigen sind. Der einzige Zugang zu den Schlössern führte durch ein Torhaus an der Ostseite, das durch zwei Zugbrücken und ein vorgelagertes großes Ravelin gesichert war.

Bild: Der Eingang zur ehemaligen Festung und heutigem Schloss Mansfeld auf der Ostseite.

Bild: Der Eingang zur ehemaligen Festung und heutigem Schloss Mansfeld auf der Ostseite.


Die Festung Mansfeld dürfte mit ihren gewaltigen Bastionen Mine und Katze, den Mauern und Gräben sowie durch ihre imposante Ausdehnung einen tiefen Eindruck beim damaligen Betrachter hinterlassen haben, auch wenn der zeitgenössische Stich von Merian mit Sicherheit hinsichtlich der Ausmaße einzelner Festungswerke übertreibt. Aus militärischer Sicht war sie aber bereits zum Zeitpunkt ihrer Erbauung nicht mehr ideal. Der Grundriss der Festung war zu unregelmäßig, die Mauerstücke zwischen den Hauptbastionen zu lang und vor allem nicht geradlinig. Damit war eine optimale Verteidigung mit Handfeuerwaffen und Artillerie nicht gewährleistet. Warum keine regelmäßige Anlage geplant und erbaut wurde, ist heute nicht mehr nachvollziehbar, denn das Wissen über den modernen Festungsbau war in der Grafschaft Mansfeld zu dieser Zeit bekannt. Das zeigt bespielsweise die Festung Heldrungen, die ebenfalls den Mansfelder Grafen gehörte, eindrucksvoll. Auch an den Resten des Neuen Schlosses bei Braunschwende, unmittelbar an der Harzhochstraße B242 gelegen, lässt sich der Stand der Festungsbaukunst jener Zeit mustergültig studieren.

Bild: Grundriss der Festung Mansfeld vor der Schleifung.

Bild: Grundriss der Festung Mansfeld vor der Schleifung.

Bild: Die Festung zu Mansfeld in einem historischen Stich von Merian.

Bild: Die Festung zu Mansfeld in einem historischen Stich von Merian.

Etwa zeitgleich bauten die Grafen auch an den Schlössern Arnstein, der Festung Heldrungen und Seeburg. Da einerseits die wirtschaftlichen Rahmenbedingen der Kupfer- und Silbergewinnung, von der die Grafen ja hauptsächlich lebten, sich ständig verschlechterten und andererseits der Kinderreichtum der Grafen zu immer neuen Problemen führte, steuerte die Grafschaft und damit auch die Festung Mansfeld unaufhaltsam dem Ruin entgegen. 1570 wurde die Vorderortsche Linie sequestriert. Eine Kommision stellte Schulden in Höhe von fast 2,75 Millionen Gulden fest. Da die ebenfalls verschuldeten Linien vom Mittel- und Hinterort nicht zahlen konnten, erzwangen die Gläubiger der sechs Grafen von Manfeld-Vorderort 1570 die Zwangsverwaltung dieses Teiles der Grafschaft. Der nicht ganz so hoch verschuldete Mittel- und Hinterort wurde unter Landesverwaltung gestellt, damit die Schulden aus den Einkünften der Grafen abgetragen werden konnten. Die Grafen bewohnten ab diesem Zeitpunkt die in der Festungsanlage gelegenen Schlösser nur noch als Privatpersonen. Die Grafschaft selbst wurde 1579 zu 3/5teln Kursachsen und zu 2/5teln dem Erzstift Magdeburg zugeschlagen.

Das Erzstift Magdeburg zeigte ab diesem Zeitpunkt großes Interesse an der Festung, weil sie für deren Gebiete eine strategisch wichtige Lage hatte. Bereits 1575 wurde deshalb die Festung ein erstes Mal durch magdeburgische Truppen besetzt. Auch 1581 und 1588 bis 1597 saßen Truppen der Magdeburger wegen angeblicher Unruhen in der Grafschaft auf Schloss Mansfeld. Im Dreißigjährigen Krieg weckte die Festung die Begehrlichkeiten der durchziehenden Truppen. 1631 waren auf der Festung 43 Geschütze und 70 Musketen vorhanden. Bis 1644 wurde die Festung Mansfeld fünfmal belagert und auch ihr Besitzer hatte mehrfach gewechselt. Die Einnahme der Festung gelang jedoch immer nur durch Kriegslist, niemals durch Erstürmung. Die Grafen selbst waren am Schicksal ihrer gemeinsamen Residenz desinteressiert: sie kämpften gemeinsam oder auch gegeneinander.

Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.
Bild: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.

Bilder: Impressionen von den Resten der Festung Mansfeld.


Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Festung zum Spielball der Interessen Kursachsens und Magdeburgs. 1650 wurde die Festung dem Mansfelder Grafen Christian Friedrich von Mansfeld-Hinterort übergeben, der aber nur zehn Söldner als Besatzung auf die riesige Anlage schickte. Der Administrator von Magdeburg, August von Sachsen-Weissenfels, bemühte sich nun beim Kurfürsten von Sachsen, aber auch bei den Ständen der Grafschaft Mansfeld, um eine Instandsetzung der Festung. Diese war insbesondere mit einem hohen finanziellen Bedarf verbunden. Die Mansfelder Stände- und Städtevertreter, und zwar der gesamten Grafschaft, schlugen dagegen entweder die Schleifung der Festung oder die Finanzierung der Baumaßnahmen durch die Grafen vor. Die Grafen, nach wie vor zahlungsunfähig, verwahrten sich dagegen.

Im Jahre 1664 besetzte der Administrator von Magdeburg die Festung und erpresste die Kosten für die Instandsetzung und die Besatzung bei den Ständen der Grafschaft. Diese sahen sich nach den enormen Belastungen des Dreißigjährigen Krieges erneut der Willkür des Militärs ausgesetzt. Ein langer Rechtsstreit sollte deshalb folgen. Bereits 1665 klagten die Städte- und Ständevertreter gemeinsam mit den Grafen auf dem Kreistag zu Leipzig gegen den Magdeburger Administrator und forderten erneut die Demolierung der Festung. Dieser wurde vom Kaiser am 23. Juli 1665 angewiesen, das Eintreiben von Geldern und die Bauarbeiten zu beenden. Der Administrator dachte jedoch nicht daran, dieser Weisung Folge zu leisten.

Der Druck der Kläger stieg so stark an, dass der Kreistag zu Leipzig im Jahre 1672 die Schleifung der Festung beschloss, damit die Grafschaft nicht „vollents übern Hauffen undt ruinieret werden möchte“. Für die Mansfelder muss dies befreiend gewesen sein, denn sie verpflichteten sich, die Kosten für die Schleifung zu übernehmen. Die Grafen von Mansfeld stimmten dem Kreistagsbeschluss zu, verlangten aber, dass ihre Schlösser verschont bleiben und wiederum mit einer Mauer gesichert würden. Dieser Antrag wurde bewilligt, aber eine Mauer wurde später nicht wieder aufgebaut. Auch der Administrator von Magdeburg musste sich dem Beschluss beugen, konnte aber die Schleifung noch bis 1674 herauszögern.


Die Zerstörung der Festung

Die Mansfelder Stände- und Städtevertreter forderten nach dem Dreißigjährigen Krieg die Schleifung der Festung Mansfeld. Mit der Demolierung der Festung Mansfeld wurde Brand von Lindau, damals unter anderem Stiftshauptmann zu Quedlinburg, betraut. Nach eingehender Besichtigung der Festungswerke im Jahre 1673 veranschlagte er eine Summe von 9.000 bis 10.000 Taler für die Arbeiten. Er nahm einen Plan der Festung auf und erarbeitete einen Vorschlag für die Durchführung der Schleifung.

Bild: Karte der demolierten Teile der Festung Mansfeld.

Bild: Karte der demolierten Teile der Festung Mansfeld.


Am 1. Juni 1674 wurde mit den Arbeiten zur Zerstörung der Festung begonnen. 400 Mann, Handfröhner, Maurer, Steinbrucharbeiter und Mansfelder Bergleute sowie zusätzlich 30 Bergleute aus Freiberg wurden dazu herangezogen. Die Arbeiten konzentrierten sich zuerst auf die starken Festungswerke auf der Süd- und Ostseite: Katze, Mittelbastei, Ravelin und Fuchs. Die Werke der Nord- und Westseite blieben unangetastet. Noch heute bestimmt die Minenbastei das Aussehen des Schlosses. Mittels reiner Handarbeit wurde das Erdreich auf den Bastionen und, soweit es ging, auch das Mauerwerk abgetragen. Die Bastionen wurden dann unterhöhlt, miniert und mittels Schwarzpulver gesprengt, soweit sie überhaupt nachgaben. Oft wurde die Stärke der Mauern erst nach dem Abkarren der Erdmassen sichtbar. Erde und Schutt wurden in den äußeren und mittleren Festungsgraben geschüttet. Die Werke, die nicht oder nur teilweise gesprengt werden konnten, wurden ebenfalls mit Erde und Schutt verfüllt und so unbrauchbar gemacht.

Bereits wenige Tage nach dem Beginn der Schleifung wurde klar, dass die veranschlagte Geldmenge nicht ausreichen würde. Die Handfröhner arbeiteten nach einer Meldung Brand von Lindaus an den Kurfürsten von Sachsen zu langsam. Auch war der Pulververbrauch enorm. Die Handfröhner wurden im Winter aus Gründen der Geldmittelknappheit beurlaubt und nach Hause geschickt. Bergleute und einige andere Spezialisten arbeiteten aber weiter und setzten die Zerstörung der Festung, soweit es eben ging, fort. 1675 kamen die Arbeiten zum Stillstand, ohne das die Schleifung vollendet wurde. Letztlich kostete die Zerstörung der Festung Mansfeld mehr als 12000 Taler. Brand von Lindau bekam 1200 Taler „weil Er stets darbey sein müssen“. Alle auf der Festung vorhandenen Geschütze wurden nach Leipzig und die Munition auf die Festung Heldrungen gebracht.


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Interne Links:
Die Grafen von Mansfeld und ihre Herrschaft
Hoyer von Mansfeld und die Schlacht von lignum catuli oder Wefesholz


Externe Links:
Lucas Cranach - CRANACH STIFTUNG
http://www.cranach.de
Lucas Cranach - ÖKUMENISCHES HEILIGENLEXIKON
http://www.heiligenlexikon.de/?BiographienL/Lukas_Cranach.html
Lucas Cranach - WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/Lucas_Cranach_der_Ältere
Martin Luther - ÖKUMENISCHES HEILIGENLEXIKON
http://www.heiligenlexikon.de/?BiographienM/Martin_Luther.html
Martin Luther - WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther


Fußnoten:

  1. Der Dreißigjährige Krieg begann am 23. Mai 1618 mit dem Prager Fenstersturz. Er war eigentlich eine Folge einzelner Kriege an denen sich fast alle westeuropäischen Staatengebilde beteiligten. In seiner Anfangsphase ging es vor allem um konfessionelle Fragen, die durch die Reformation ausgelöst wurden. Im Verlaufe des Krieges nahmen auch nichtdeutsche Anhänger des Katholizismus und des Protestantismus an den Kriegshandlungen teil, was zu einer starken Ausweitung des Krieges führte. Im weiteren zeitlichen Verlauf wurde immer mehr die machtpolitische Komponente des Krieges herausgestellt. Es waren insbesondere die Rivalitäten der nordischen Staaten und Frankreichs gegenüber der deutschen Krone, aber auch territorialdynastische Rivalitäten sowie die Stellung der Stände zum Reich, die auf dem Rücken der deutschen Bevölkerung ausgetragen wurden. Die Folgen für Deutschland waren verheerend: die Bevölkerung ging um gut ein Drittel zurück. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erreichte einen Tiefststand. Der Krieg wurde durch den Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück am 24. Oktober 1648 formal beendet. Die Macht des Kaiser wurde zugunsten der Stände geschwächt und die Zersplitterung des Reiches in souveräne Einzelstaaten zementiert. Die Folge war ein Machtvakuum in Deutschland, das bis 1806 anhielt und weitere Kriege nach sich zog. [☛ zurück]
  2. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten religiösen Gruppe hielt die Grafen von Mansfeld aber nicht davon ab, ihre Dienste demjenigen zur Verfügung zu stellen, von dem sie sich die größten Vorteile versprachen. Sowohl im Schmalkaldischen Krieg, dem ersten Glaubenskrieg in Deutschland, als auch im Dreißigjährigen Krieg kämpften die Grafen oft unabhängig von ihrer Konfession. Eine Ausnahme bildete hier Albrecht VII. von Mansfeld-Hinterort. Er stand immer zum Protestantismus und brachte für diesen Glauben große persönliche Opfer. Seine Frau verlor bei einem Beschuss der Festung Magdeburg, die er verbissen gegen katholische Truppen verteidigte, ein Bein. Einige seiner Söhne fielen in den zahlreichen Schlachten, die zwischen Katholiken und Protestanten geschlagen wurden. [☛ zurück]


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