Steinkreuze im Harz und dem Harzvorland: Dölau - Die Steinerne Jungfrau oder der Heidenstein
Nur wenige hundert Meter links der Straße von Brachwitz nach Dölau, am Rande der Ortslage Dölaus, steht der Menhir Steinerne Jungfrau oder Heidenstein.

Bild: Der Menhir Steinerne Jungfrau oder Heidenstein von Dölau.
Menhire wurden von unseren Vorfahren während der Jungsteinzeit - dem Neolithikum - zwischen dem fünften und zweiten vorchristlichen Jahrtausend aus markanten Findlingssteinen errichtet. In dieser Zeit fand ein grundlegender Wandel der Lebensweise der Menschen statt. Die Menschen gestalteten von nun an ihre Umwelt nach ihren Bedürfnissen. Statt dem Großwild auf seinem unvorhersehbaren und für den Menschen vor allem viel zu schnellem Zug quer durch die Kontinente zu folgen, begannen unsere Altvorderen allmählich Getreide anzubauen, Nutztiere zu halten und vor allem eine Vorratswirtschaft aufzubauen. Selbstverständlich waren diese Menschen damals weit mehr als wir heute von den Launen der Natur abhängig. Es waren mit Sicherheit keine paradiesischen Zeiten: Wälder mussten gerodet und Sümpfe trockengelegt werden, das alles mit den damals vorhandenen Steinwerkzeugen. Es gab ganz gewiss auch bittere Hunger-, Seuchen- und Leidensjahre. Aber es gab ebenso Jahre des Überschusses und - nicht zu vergessen - eine ständige Weiterentwicklung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Steinzeitmenschen.



Bilder: Der Menhir Steinerne Jungfrau oder Heidenstein von Dölau.
Von diesen guten Zeiten zeugen die Menhire. Sie wurden - das ist mit unserem heutigen Wissen eine gute Erklärung - aufgestellt, um ein Abbild der verstorbenen Angehörigen vor Augen zu haben. Vielleicht waren die Menhire, so wie die Grabstellen auf unseren Friedhöfen heute ein Ort der stillen Einkehr und der Zwiesprache mit den Toten. Der Menhir von Dölau ist etwa 5,5 Meter hoch und besteht aus Quarzit. Die zum Teil dunkle Verfärbung ist auf die Luftverschmutzung zurückzuführen. Insgesamt sollen hier früher drei Menhire gestanden haben.
Mit der Steinernen Jungfrau von Dölau verbindet sich die folgende Sage: Eine Jungfrau aus Dölau wollte an ihrem dienstfreien Abend zum Tanze gehen. Vorher aber wurde sie noch von ihrem Dienstherren um Brot ins nahe Brachwitz geschickt. Auf dem Rückwege von Brachwitz nach Dölau geriet sie in ein heftiges Gewitter. Wegen des bevorstehenden Tanzes war sie in großer Eile. Kurz vor Dölau jedoch versperrte eine große Wasserpfütze ihren Weg. Um ihre Schuhe und Kleider nicht zu beschmutzen und einen Umweg zu vermeiden, warf sie die Brote als Tritte in die Pfütze. Daraufhin wurde sie unvermittelt von einem Blitz getroffen, der sie und die weggeworfenen Brote in Steine verwandelt hat.
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