Otto Bösel - Ein Ritterkreuzträger aus Eisleben

Otto Bösel wurde am 12. Juli 1913 in Eisleben geboren. Nach seiner militärischen Grundausbildung und einem Lehrgang bei einem Flugabwehrregiment wurde er zu beginn des Polen-Feldzuges in die 2. Batterie des Flakregimentes 43 versetzt. Danach folgten weitere Einsätze auf dem Balkan sowie von 1941 bis 1943 unter dem wohl berühmtesten Heerführer der Achsenmächte – Erwin Rommel – unter der Glutsonne Nordafrikas. Im Deutschen Afrikakorps wurden auch zum ersten Mal im großen Maßstab Flugabwehrkanonen gegen feindliche Panzer und Selbstfahrlafetten eingesetzt, weil andere geeignete Abwehrmittel bedingt durch einen langen und durch die Alliierten bedrohten Transportweg nur sehr eingeschränkt zur Verfügung standen.

Bild: Die legendäre deutsche FlaK 88 mit dem Kaliber 88 Millimeter in Nordafrika. Diese Flugabwehrkanone wurde wurde während des UNTERNEHMENS THESEUS erstmals sehr erfolgreich zur Bekämpfung von Panzern und Selbstfahrlafetten eingesetzt.

Bild: Die legendäre deutsche FlaK 88 mit dem Kaliber 88 Millimeter in Nordafrika. Diese Flugabwehrkanone wurde wurde während des UNTERNEHMENS THESEUS erstmals sehr erfolgreich zur Bekämpfung von Panzern und Selbstfahrlafetten eingesetzt.
Bild: Under the licence of Commons:Bundesarchiv. Bundesarchiv, Bild 101I-443-1574-23 / Zwilling, Ernst A. / CC-BY-SA.

Bild: Deutsche Soldaten des Afrikakorps während des Nordafrikafeldzuges an einer FlaK 88.

Bild: Deutsche Soldaten des Afrikakorps während des Nordafrikafeldzuges an einer FlaK 88.
Bild: Under the licence of Commons:Bundesarchiv. Bundesarchiv, Bild 101I-443-1574-26 / Zwilling, Ernst A. / CC-BY-SA.

Bild: Transport einer FlaK 88 in Nordafrika.

Bild: Transport einer FlaK 88 in Nordafrika.
Bild: Under the licence of Commons:Bundesarchiv. Bundesarchiv, Bild 101I-783-0109-19 / Dörner / CC-BY-SA.

Bild: Wechsel eines Geschützrohres an der FlaK 88 in Nordafrika.

Bild: Wechsel eines Geschützrohres an der FlaK 88 in Nordafrika.
Bild: Under the licence of Commons:Bundesarchiv. Bundesarchiv, Bild 101I-443-1587-09A / Zwilling, Ernst A. / CC-BY-SA.


Die Schlacht von El Gazala – auch OPERATION THESEUS genannt – begann in den frühen Abendstunden des 26. Mai 1942. Durch die mangelhafte Weiterleitung der Funksprüche alliierter Aufklärungseinheiten an das britische Oberkommando in Kairo konnten die Achsenmächte bis zum Mittag des darauf folgenden Tages auch größere Geländegewinne erzielen und viele Gefangene machen. Dann allerdings wendete sich das Blatt als das DAK auf die Bereitstellungsräume schwerer britischer Panzer traf. Gegen Abend hatten Rommel und die ihm unterstellten Generale mehr als ein Drittel ihrer Kampfpanzer verloren und verfügen über fast keinen Treibstoff mehr. Erst als am 01. Juni die Luftwaffe eingriff, können die an vorderster Front kämpfenden Truppen wieder mit Treib- und Betriebsstoffen versorgt werden und das Afrikakorps konnte wieder in die Handlung an sich reißen.

Bild: Deutsche Landser vor Tobruk in Nordafrika.

Bild: Deutsche Landser vor Tobruk in Nordafrika.
Bild: Under the licence of Commons:Bundesarchiv. Bundesarchiv, Bundesarchiv, Bild 101I-786-0305-19 / Otto / CC-BY-SA.

Bild: Einmarsch deutscher motorisierter Einheiten in Tobruk im heutigen Libyen. Auf dem schwarzen Schild rechts im Bild steht der Text STRAIGT ON FOR DOCKS AND SAN MARCO W/P.

Bild: Einmarsch deutscher motorisierter Einheiten in Tobruk im heutigen Libyen. Auf dem schwarzen Schild rechts im Bild steht der Text STRAIGT ON FOR DOCKS AND SAN MARCO W/P.
Bild: Under the licence of Commons:Bundesarchiv. Bundesarchiv, Bild 101I-785-0293-17 / Tannenberg / CC-BY-SA.


Nach weiteren verlustreichen Kämpfen konnte dann das Wüstenfort BIR HACHEIM - heute BIR HAKEIM - erobert werden. Dieser Sieg war allerdings von den Deutschen schwer erkämpft, es mussten riesige Mengen an Munition aufgebracht werden und teilweise entbrannten grausame Kämpfe um einzelne Schützenlöcher. Die alliierten Truppen, bestehend aus Engländern und freifranzösischen Truppen konnten sich zum größtenteils geordnet zurückziehen. Sie standen für die kurze Zeit später stattfindenden ERSTEN SCHLACHT VON El ALAMEIN bereit, in der Hitlerdeutschland und seinen Italienischen Verbündeten die erste Niederlage des Zweiten Weltkrieges beigebracht wurde. Nach Beendigung der Kämpfe um BIR HACHEIM im Juni 1942 wurde Bösel zum Geschützstaffelführer der 2. Batterie ernannt.

Bild: Britische Soldaten beim Ausheben von Verteidigungsstellen in der ERSTEN SCHLACHT VON EL ALAMEIN.

Bild: Britische Soldaten beim Ausheben von Verteidigungsstellen in der ERSTEN SCHLACHT VON EL ALAMEIN.
Dieses von der Regierung des Vereinigten Königreichs erstellte Werk ist der public domain, da es von der Regierung des Vereinigten Königreichs vor dem 1. Juni 1957 erstellt wurde.


Am 11. Juni erhielt Bösel zusammen mit einem anderen Kameraden seiner Einheit für seinen Mut und seine Erfolge im Kampf gegen die britischen Truppen in Nordafrika das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Kurze Zeit später wurde er zur Abwehr der alliierten Invasion nach Nordfrankreich versetzt, kam Bösel Ende Juli 1944 zur Flak-Kampftruppe. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde er Hauptwachtmeister (siehe Fußnote 1) in der Feldartillerieschule in München-Freimann. Bösel wurde während des Krieges regelmäßig befördert und erhielt neben dem Ritterkreuz (siehe Fußnote 2) noch beide Eisernen Kreuze sowie das Deutsche Kreuz in Gold und starb am 05. November 1975 in Wittenberg.

Bild: Das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz. Das nach den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland verbotene Hakenkreuz in der Mitte des Ordens wurde unkenntlich gemacht.

Bild: Das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz. Das nach den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland verbotene Hakenkreuz in der Mitte des Ordens wurde unkenntlich gemacht.
Bild: Public Domain.

Bild: Das Deutsche Kreuz. Das nach den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland verbotene Hakenkreuz in der Mitte des Ordens wurde unkenntlich gemacht.

Bild: Das Deutsche Kreuz. Das nach den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland verbotene Hakenkreuz in der Mitte des Ordens wurde unkenntlich gemacht.
Bild: Public Domain.



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Weiterführende Literatur:
Piekalkiewicz, J.
Der Wüstenkrieg in Afrika 1940 – 1943
© Südwest Verlag GmbH 1999
ISBN 3-8289-0357-6


Externe Links:
Maturaarbeit: Das Deutsche Afrikakorps von Mathias Eberli
http://ma.kanti-zug.ch/maturaprojects/Mathias%20Eberli%20-%20Das%20Deutsche%20Afrika-Korps.pdf
Official History of New Zealand in the Second World War 1939–45 Battle for Egypt
http://www.nzetc.org/tm/scholarly/tei-WH2Egyp.html


Fußnoten:

  1. Der Hauptwachtmeister war das Gegenstück der Luftwaffe zum Hauptfeldwebel oder Spieß des Heeres. Mit dem obligatorischen Notizbuch zwischen den 1. und 3. Knopf der Uniformjacke war er der Schrecken der Rekruten aber auch seiner Unteroffiziere und sah natürlich gerade das, was er nicht sehen sollte. Ebenso war er verantwortlich für die Gestaltung von Dienst- und Urlaubsplänen, Bestellungen sowie der Organisation des Kasernenbetriebes. [☛ zurück]
  2. Das Ritterkreuz war eigentlich die zweithöchste Auszeichnung der faschistischen Wehrmacht. Da das Großkreuz allerdings nur einmal an Herrmann Göring verliehen wurde, gilt es aber im Allgemeinen als der höchstmögliche Orden der Armee Hitlers. Die Träger mussten auch von höheren Rängen zuerst gegrüßt werden, es gab einen lebenslangen Ehrensold und eine Steuerbefreiung. Die Träger dieser Auszeichnung wurden hoch geehrt und mussten auch oft bei Propagandaveranstaltungen mitwirken. Insgesamt wurde das Ritterkreuz über 7000 Mal verliehen. Auch an Angehörige der anderen Armeen der Achsenmächte wurde es ausgegeben, allerdings meist an höhere Offiziere. Heute darf die Auszeichnung nicht mehr im Original getragen werden, da die öffentliche Zurschaustellung nationalsozialistischer Zeichen verboten ist. Allerdings existiert eine entschärfte Nachkriegsversion ohne Hakenkreuz. [☛ zurück]


Autor: © 2010 by Bert Ecke.



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