Im Königreich Westphalen – Die kleine Harzgemeinde Wippra wird widerwillig Hauptstadt eines Kanton

Bild: Die Gaststätte Schieferhaus in Wippra. Hier waren einst auch das Amtsgericht und das Gefängnis untergebracht. Render © 2012 by Birk Karsten Ecke.

Eine kurze Reise durch die Zeit: Über das Königreich Westphalen Das Königreich Westfalen – oder in der zeitgenössischen Schreibweise Westphalen – wurde nach dem Frieden von Tilsit [1] im Jahre 1807 durch den französischen Kaiser Napoleon Bonaparte gegründet. Napoleon Bonaparte wollte mit seinem „Royaume de Westphalie“ einen Modellstaat gründen, der politisch, administrativ und militärisch unter vollständiger Kontrolle Frankreichs stand und nach seinem Willen eine Vorbildwirkung für weitere deutsche Länder haben sollte. Das Gebiet umfasste in seiner Blütezeit in den Jahren zwischen 1811 und 1813 eine Fläche von mehr als 45.000 Quadratkilometer und war damit etwa so groß wie heute Niedersachsen. Gebildet wurde es aus vormals preußischen Gebieten westlich der Elbe, Teilen von Hessen und Braunschweig. Die zugehörigen Gebiete veränderten sich…

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Lutherstadt Eisleben – Der Neue Jüdische Friedhof

Bild: Der Jüdische Friedhof zu Eisleben.

In der alten Bergbaustadt Eisleben entwickelte sich bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten eine nicht unbedeutende Jüdische Gemeinde. Eisleben war Anfang des 19. Jahrhunderts Teil des Königreichs Westphalen des Jérôme Bonaparte, in dem mit dem Code Napoléon (auch als Code Civil bekannt) Juden die gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung garantiert wurde. Auch der Staat Preußen – nach dem Ende der Napoleonischen Kriege Rechtsnachfolger des Königreichs Westphalen – garantierte den im Staat leben Juden zunehmende Bürgerrechte. Im Jahre 1869 wurden alle Beschränkungen für Juden formal aufgehoben. Die in Preußen lebenden Juden konnten sich somit wirtschaftlich und religiös unter dem Schutz der Bürgerrechte frei entfalten.

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