Im Königreich Westphalen – Die kleine Harzgemeinde Wippra wird widerwillig Hauptstadt eines Kanton

Bild: Die Gaststätte Schieferhaus in Wippra. Hier waren einst auch das Amtsgericht und das Gefängnis untergebracht. Render © 2012 by Birk Karsten Ecke.

Eine kurze Reise durch die Zeit: Über das Königreich Westphalen Das Königreich Westfalen – oder in der zeitgenössischen Schreibweise Westphalen – wurde nach dem Frieden von Tilsit [1] im Jahre 1807 durch den französischen Kaiser Napoleon Bonaparte gegründet. Napoleon Bonaparte wollte mit seinem „Royaume de Westphalie“ einen Modellstaat gründen, der politisch, administrativ und militärisch unter vollständiger Kontrolle Frankreichs stand und nach seinem Willen eine Vorbildwirkung für weitere deutsche Länder haben sollte. Das Gebiet umfasste in seiner Blütezeit in den Jahren zwischen 1811 und 1813 eine Fläche von mehr als 45.000 Quadratkilometer und war damit etwa so groß wie heute Niedersachsen. Gebildet wurde es aus vormals preußischen Gebieten westlich der Elbe, Teilen von Hessen und Braunschweig. Die zugehörigen Gebiete veränderten sich…

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Harkerode – Das Schloss der Familie von Knigge

Bild: Das Schloss der Familie von Knigge in Harkerode.

Die Geschichte der Gemeinde Harkerode ist eng mit der Familie von Knigge verbunden. Das Dorf Harkerode gehörte zur Herrschaft Arnstein, deren Zentrum die unweit gelegene Burg gleichen Namens war. 1678 wurde die Herrschaft Arnstein wegen Insolvenz der Grafen von Mansfeld-Vorderort, mit Ausnahme der Burg, des an ihrem Fuße gelegenen Brauhofes und des Harkeröder Vorwerkes an den Freiherren von Knigge verpfändet. Im Jahre 1812 – im Königreich Westphalen unter dem Regenten Jérôme Bonaparte – kamen die Freiherren von Knigge in den endgültigen Besitz von Herrschaft Arnstein. Auch die Burg Arnstein ging an die Freiherren über. Die Burg verfiel zusehends, wohl auch weil sie schon damaligen Vorstellungen von Wohnkomfort und Lebensqualität nicht mehr genügte.

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Eisleben – Das Martin Luther Denkmal auf dem Markt

Bild: Das Lutherdenkmal auf dem Markt von Eisleben.

Auf dem Markt der Lutherstadt Eisleben befindet sich unmittelbar unter dem historischen Rathaus ein imposantes Denkmal, mit dem die Stadt ihren wohl berühmtesten Sohn, den Reformator Dr. Martin Luther, ehrt. Von der ersten Planung bis zur Weihe des Denkmales zum 400. Geburtstages Luthers am 10. November 1883 verging eine lange Zeit. Bereits Anfang des Jahres 1801 wurde eine Königlich-Preußische-Vaterländische-Literarische Gesellschaft in der Grafschaft Mansfeld mit dem Ziel dem Reformator Dr. Martin Luther zum 300. Jubiläum des Thesenanschlages im Jahre 1817 ein Denkmal zur errichten.

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Lutherstadt Eisleben – Der Neue Jüdische Friedhof

Bild: Der Jüdische Friedhof zu Eisleben.

In der alten Bergbaustadt Eisleben entwickelte sich bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten eine nicht unbedeutende Jüdische Gemeinde. Eisleben war Anfang des 19. Jahrhunderts Teil des Königreichs Westphalen des Jérôme Bonaparte, in dem mit dem Code Napoléon (auch als Code Civil bekannt) Juden die gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung garantiert wurde. Auch der Staat Preußen – nach dem Ende der Napoleonischen Kriege Rechtsnachfolger des Königreichs Westphalen – garantierte den im Staat leben Juden zunehmende Bürgerrechte. Im Jahre 1869 wurden alle Beschränkungen für Juden formal aufgehoben. Die in Preußen lebenden Juden konnten sich somit wirtschaftlich und religiös unter dem Schutz der Bürgerrechte frei entfalten.

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Mansfeld – Die Stadt Martin Luthers

Bild: Die mächtige Bastion Mine des Schlosses zu Mansfeld prägt das Antlitz der Kleinstadt im Landkreis Mansfeld-Südharz bei Nacht.

Die kleine Stadt Mansfeld liegt im Tal unter dem gleichnamigen Schlosse und seinem gegenüberliegen Hang. Mansfeld hat heute mit seinem Stadtteil Leimbach etwa 8.400 Einwohner, mit den nach der Wende eingemeindeten Orten kommt die Einheitsgemeinde auf insgesamt etwa 10.000 Einwohner. Bedingt durch die geografische Lage hat Mansfeld teils enge und stark geneigte Gassen. In Mansfeld hat der Reformator Martin Luther einen Teil seiner Kindheit und Jugend verbracht – und wie seinerzeit wird die Stadt noch heute von Schloss Mansfeld – einst eine der stärksten Festungen in Deutschland – überragt.

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Hettstedt – Die Stadt zwischen Harz und Halden

Bild: Auf dem Markt von Hettstedt.

Im schmalen Wippertal, eingefasst von steilen Hängen und unzähligen Bergbauhalden, liegt die Stadt Hettstedt. Die erste Erwähnung geht auf eine Urkunde aus dem Jahre 1046 zurück, in der eine Siedlung HEICZTEDE erwähnt wurde. Damals schenkte König Heinrich III. einige Güter, vielleicht aber auch den ganzen Ort, dem Bistum Meißen. Das und auch die Endung -stede (heute: -stedt) legt die Vermutung nahe, dass hier schon einige Zeit vorher eine Siedlung bestanden hat.

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