Carl Friedrich Agthe – Ein Hettstedter als Organist in Reval in der Russischen Ostseeprovinz

Bild: Blick vom Domberg auf die Altstadt von Tallinn. Im Bild links ist die Olaikirche zu sehen. Foto (c) 2013 by Birk Karsten Ecke.

Der Organist Carl Friedrich Agthe wurde am 25. Januar 1724 in der alten Bergbaustadt Hettstedt in eine Musikerfamilie hinein geboren. 1742 war er als Jurastudent in Halle an der Saale eingeschrieben. Ab 1760 war er Organist an der Olaikirche (Oleviste kirik) in Reval – heute Tallinn – in der Russischen Ostseeprovinz. Danach wirkte er als Organist an der Heiliggeistkirche (Pühavaimu kirik).

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Thomas Müntzer – Der charismatische Führer des Bauernkrieges in Mitteldeutschland

Bild: Detailausschnitt vom Denkmal für Thomas Müntzer in der Harzstadt Stolberg. Foto © 2011 by Bert Ecke.

Thomas Müntzer wurde etwa 1490 in Stolberg im Harz geboren. Seine Eltern dürften nicht unvermögend gewesen sein. Von 1506 bis 1512 studierte er Theologie in Leipzig und Frankfurt an der Oder. Ab 1514 hatte er mehrere Pfarrstellen, unter anderem in Braunschweig. 1516 und einen Teil des Jahres 1517 war er Propst an der Stiftskirche Frose. Noch im gleichen Jahr war Müntzer an der Universität Wittenberg eingeschrieben, an der er bis 1518 studierte. Hier hatte er wahrscheinlich Kontakt zu Martin Luther und anderen zeitgenössischen Persönlichkeiten.

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August Hermann Francke und die Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale

Bild: Das ehemalige Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale. Bild: © 2012 by Bert Ecke.

August Hermann Francke wurde am 22. März 1663 in Lübeck geboren. Er war einer der bekanntesten Vertreter des Pietismus in Mitteldeutschland. Sein Vater Johann Francke war Jurist und seine Mutter Anna Francke entstammte einer Patrizierfamilie. Im Jahre 1666 zog die Familie nach Gotha und Francke und besuchte dort 1676 für ein Jahr das Gymnasium. Die restliche Zeit wurde er privat unterrichtet. 1679 schrieb er sich als Student der Philosophie an der Universität zu Erfurt ein, wechselte er bald zum Studium der Theologie an die Universität Kiel. Francke kam damit in den Genuss eines von einem Onkel mütterlicherseits – er war Pastor – gestiftetes Stipendium. Francke muss zu dieser Zeit recht ruhelos gewesen sein, denn bereits 1882 ging er für kurze Zeit nach Hamburg zum Missionar Esdras Edzardus, der sich allen Ernstes der Lutheranisierung der Juden verschrieben hatte.

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Johann Gottfried Boltze – Der erfolgreiche Unternehmer des 18. Jahrhunderts und sein Wirken für Salzmünde

Bild: Johann Gottfried Bolze und Ida Bertha Bolze, geborene Kamprad.

Die Familie Boltze ist seit langer Zeit in der Gegend um Salzmünde im heutigen Saalekreis beheimatet. Hier wurde am 14. Januar 1802 Johann Gottfried Boltze geboren. Sein Vater, während des Militärdienstes bei einem Schießunfall im Alter von 22 Jahren völlig ertaubt und an der rechten Hand schwer verstümmelt, schenkte sich nichts. Durch harte Arbeit ermöglichte er trotz der Widrigkeiten der napoleonischen Zeit und der eigenen Behinderung seiner Familie als Bauer, Gastwirt und Braunkohlegrubenbesitzer einen bescheidenen Wohlstand und, was besonders wichtig war, seinen beiden Söhnen eine gute Ausbildung. Der junge Johann Gottfried Boltze wurde auf die hallesche Privatschule Knorr gegeben. Sein Vater konnte lediglich ein fünftel des Schulgeldes aufbringen. Den Rest schickte er in Form von Lebensmitteln: Mehl, Butter, Speck und Wurst. In den damals schlechten Zeiten hatte auch dies seinen Wert. Und für einen Lehrer in der Großstadt, der selbst keine Landwirtschaft hatte, ganz besonders.

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Köhlerei und Kupferschieferverhüttung im Unterharz

Bild: Nachbau einer Köhlerhütte - der sogenannten Kote - und eines Holzkohlemeilers an der Kohlenstraße bei Wippra.

Der Sage nach sollen die beiden aus Sachsen stammenden Bergknappen NAPPIAN und NEUCKE um das Jahr 1200 nach Christus auf dem Kupferberg bei Hettstedt das erste Kupferschiefer gefunden haben. Damit begann für das Vorharzgebiet eine über Jahrhunderte anhaltende wirtschaftliche Blütezeit, die erst mit den Wassereinbrüchen in den Schächten des Mansfelder Reviers im Jahre 1967 und im Sangerhäuser Revier nach der Wiedervereinigung im Jahre 1990 endete. Untrennbar mit der Aufbereitung des Kupferschiefers zu Kupfer und Silber ist die Köhlerei verbunden.

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Pferdezucht und Viehtrift in historischer Zeit im Unterharz

Bild: Pferdeportrait.

Der Unterharz wurde in den vergangenen Jahrhunderten im Wesentlichen fortstwirtschaftlich genutzt. Landwirtschaft war wegen des rauen Klimas, der ertragsarmen Böden sowie der relativen Regenarmut durch das Brockenmassiv und der starken Zergliederung der Harzhochfläche mit tiefen Taleinschnitten nur eingeschränkt möglich. Ackerbau wurde aus den genannten Gründen nur in geringem Umfang betrieben. Die Viehzucht hatte aber eine große Bedeutung. Die Grafen von Mansfeld, denen weite geschlossene Wald- und Wiesenflächen im Unterharz zwischen Mansfeld und Königerode gehörten, betrieben dort eine besondere Art der Pferdezucht.

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Die Grafen von Mansfeld und ihre Herrschaft

Bild: St. Georg - der Drachentöter - ist der Schutzheilige der Stadt Mansfeld. Motiv auf einem Mansfelder Segenstaler.

Um die Geschichte der Grafschaft Mansfeld verstehen zu können, ist ein Exkurs bis in die Zeit der germanischen Völkerwanderung in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung erforderlich. Nachdem das Thüringerreich im Jahre 531 in der Schlacht von Burgscheidungen durch anstürmende Sachsen und Franken zerschlagen wurde, ließen sich im heutigen Mansfelder Land die Sachsen nieder.

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Hoyer von Mansfeld und die Schlacht von lignum catuli oder Welfesholz

Bild: Der Tod des Grafen Hoyer von Mansfeld. Skulptur in Welfesholz.

Mit Hoyer I. von Mansfeld, der in manchen Quellen auch als Hoyer II. bezeichnet wurde, beginnt die geschriebene Geschichte der Grafen von Mansfeld und der Grafschaft Mansfeld. Hoyer I. war der erste dieses Geschlechtes, der sich nach seinem Stammsitz, der Burg hoch über dem Städtchen Mansfeld, benannte. Weil seine Mutter bei der Geburt verstarb, rühmte sich Hoyer vor der Schlacht am Welfesholz:

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Der Große Deutsche Bauernkrieg und die Rolle des Predigers Thomas Müntzer in Mitteldeutschland

Bild: Aufständische Bauern mit Bundschuhfahne umzingeln einen Ritter. Holzschnitt des sog. Petrarca-Meisters aus dem Trostspiegel, 1539. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Die Ursachen für den Großen Deutschen Bauernkrieg Dem Großen Deutschen Bauernkrieg der Jahre 1524 bis 1526 gingen mehrere Bauernaufstände voran, so etwa im 13. und 14. Jahrhundert in der Schweiz und Flandern und im 15. Jahrhundert in Böhmen und wiederum einigen Kantonen der Schweiz. Die Ursache für all diese Erhebungen war die zunehmende Verschlechterung der Lebensumstände der Bauern. Die Bauern hatten die Hauptlast der Aufrechterhaltung der Feudalgesellschaft zu tragen.

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Der Flacianische Streit oder der Streit um die Erbsünde und die Grafschaft Mansfeld

Bild: Portrait des Cyriacus Spangenberg. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Es erscheint uns heute fast unglaublich, worüber unsere Altvorderen am Beginn der Neuzeit in erbitterter und unversöhnlicher Weise stritten. Eine dieser großen Unstimmigkeiten war der Streit über die Erbsünde, der mit Vehemenz und großen Opfern geführt wurde. Der Streit um die Erbsünde ist nicht ganz einfach zu erklären und zu verstehen.

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Fridericus Rex oder Friedrich der Große und der Mythos Preußen – Der Siebenjährige Krieg und die Schlacht bei Rossbach

Bild: Friedrich der Große und der Feldscher (um 1793-95) von Bernhard Rode. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Im Siebenjährigen Krieg kam es am 5. November 1757 in dem damals kursächsischen Ort Roßbach zu einer der größten Schlachten dieses Krieges. Im auch DRITTER SCHLESISCHER KRIEG genannten Konflikt fanden die Schlachten nicht nur in Europa statt – sie wurden auch in Nordamerika, Indien, in der Karibik und auf den Weltmeeren ausgetragen.

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Der Siebenjährige Krieg und die Bürden der Menschen im Unterharz

Bild: Der preußische General Friedrich Wilhelm von Seydlitz in der Schlacht bei Rossbach. Ausschnitt aus einem Gemälde eines unbekannten Künstlers. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

„Aber ach! Wie schrecklich ist des Krieges Bild! Flammende Städte, und zu Steinhaufen nieder getrümmert! Verheerte Länder, in welchen die Dörfer von Menschen leer… Thränende Augen! Blutende Wunden! verstümmelte Glieder zu Tausenden! … Gemißhandelte, Barbarisch Gemißhandelte! Geplündert und nackend gemachte zu Tausenden! … Was düncket uns bey dem Anblick dieses Schauplatzes unserer Zeiten? Es sind doch keine Bilder ohne Wesen. Es sind von uns selbst erlebte Begebenheiten, unser Auge hat sie gesehen. Unser Ohr hat sie gehöret.“ Der Bäckermeister Abelmann aus Hannover kurz nach dem Siebenjährigen Krieg. (Quelle /1/).

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Im Königreich Westphalen – Die kleine Harzgemeinde Wippra wird widerwillig Hauptstadt eines Kanton

Bild: Die Gaststätte Schieferhaus in Wippra. Hier waren einst auch das Amtsgericht und das Gefängnis untergebracht. Render © 2012 by Birk Karsten Ecke.

Eine kurze Reise durch die Zeit: Über das Königreich Westphalen Das Königreich Westfalen – oder in der zeitgenössischen Schreibweise Westphalen – wurde nach dem Frieden von Tilsit [1] im Jahre 1807 durch den französischen Kaiser Napoleon Bonaparte gegründet. Napoleon Bonaparte wollte mit seinem „Royaume de Westphalie“ einen Modellstaat gründen, der politisch, administrativ und militärisch unter vollständiger Kontrolle Frankreichs stand und nach seinem Willen eine Vorbildwirkung für weitere deutsche Länder haben sollte. Das Gebiet umfasste in seiner Blütezeit in den Jahren zwischen 1811 und 1813 eine Fläche von mehr als 45.000 Quadratkilometer und war damit etwa so groß wie heute Niedersachsen. Gebildet wurde es aus vormals preußischen Gebieten westlich der Elbe, Teilen von Hessen und Braunschweig. Die zugehörigen Gebiete veränderten sich jedoch mehrfach. Als König über die etwa 2 Millionen Menschen im neuen Staat setzte Napoleon Bonaparte seinen jüngsten Bruder Jérôme ein. Große Karte (*.png, 15. MByte) Jérôme Bonaparte regierte in…

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Wilhelm von Humboldt und Hettstedt-Burgörner

Bild: Das Humboldt-Schlösschen zu Hettstedt-Burgörner.

Einleitung – Das Gut Burgörner Burgörner – im Tal der Harzwipper gelegen und heute ein Stadtteil der viel größeren Stadt Hettstedt – wurde im Jahre 1342 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte schon im 14. Jahrhundert zur Grafschaft Mansfeld. Die Bewohner Burgörners waren seinerzeit Bauern, die aber wegen der Nähe zum Kupferberg und zu Hettstedt schon Kontakt zum Bergbau und den Kupferhütten hatten. 1723 legte der aus Leipzig stammende Kaufmann Johann Schwabe in Burgörner den Grundstein der Kupferkammerhütte – heute als ehemalige Bleihütte bekannt.

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Volkmannrode – Das Rügegericht und die Wüste Kirche

Bild: Die Gerichtshütte des Rügegerichtes zu Volkmannrode.

An der Landstraße zwischen den Dörfern Stangerode und Abberode im Unterharz liegt auf einem sanften Hügel über dem Flüsschen Eine das Rügegericht Volkmannrode. Im Mittelalter stand hier der heute wüste Ort gleichen Namens. Von Volkmannrode sind heute noch die Reste eines aus Stein gemauerten Turmes und eine kleine Hütte, die als Gerichtsstätte diente, erhalten. Volkmannrode zählt zu den zahlreichen mittelalterlichen Wüstungen im Unterharz.

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Mücheln bei Wettin – Die ehemalige Templerkapelle mit dem Templerhof und die Geschichte der Tempelritter

Bild: Impressionen von der Templerkapelle zu Mücheln bei Wettin.

Die Saale markierte in historischer Zeit in etwa die Siedlungsgrenze zwischen Germanen und Slawen. So ist der Saalekreis reich an geschichtlichen Zeugen der Frühgeschichte, aber auch des Hochmittelalters. Sehr wahrscheinlich siedelten in der Gemarkung des kleinen Ortes Mücheln, unweit des größeren und bedeutendenderen Wettin, slawische Stämme. Im 11. und 12. Jahrhundert gehörte die Siedlung Mücheln einem Ministerialgeschlecht gleichen Namens. Auch wird um diese Zeit bereits ein befestigter Wirtschaftshof in Mücheln bestanden haben. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts kam Mücheln dann in den Besitz der Grafen von Wettin. Die Templerkapelle auf dem Gutshof wurde um 1270 im Stil der französischen Gotik errichtet [1]. Im Umfeld der Tempelritter bildeten sich zahlreiche Legenden und Verschwörungstheorien heraus. Eine davon ist, dass die Templer in der Architektur die Gotik eingeführt hätten. [↩]

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Tilleda – Die ehemalige Königspfalz am Kyffhäuser

Bild: Blick von der Königspfalz zu Tilleda auf das Kyffhäuser-Denkmal.

Tilleda, gelegen in einer fruchtbaren Aue am Fuße der Nordostflanke des romantischen Kyffhäusergebirges, ist zweifelsfrei ein sehr alter Ort. Der Name weist auf eine germanische Ansiedlung aus der Mitte des ersten Jahrtausends nach Christi hin. Seine erste Erwähnung fand Tilleda als karolingisches Königsgut im Hersfelder Zehntverzeichnis vom Ende des 9. Jahrhunderts als Dullede.

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