Das Mansfeld-Museum zu Hettstedt-Burgörner

In unmittelbarer Nähe der ehemaligen Kupfer-Silber-Hütte in Hettstedt im Herzen des Mansfelder Landes befindet sich im so genannten Humboldt-Schlösschen das Mansfeld-Museum. An diesem historischen Ort lernte Wilhelm von Humboldt seine spätere Frau Caroline von Dacheröden kennen, die er 1791 heiratete. Humboldt und seine Frau lebten einige Jahre in diesem Schloss.


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Das im klassizistischen Stil erbaute Schloss kam Ende des 19. Jahrhunderts in den Besitz der Mansfeldschen Kupferschiefer Bauenden Gewerkschaft, aus der später die Mansfeld AG hervorging. Die letzte Besitzerin des Gutes, Gabriele von Bülow [1], sah sich wegen der zunehmenden Beeinträchtigungen durch die Bergbau- und Hüttenbetriebe in der Nutzung ihres Gutes beeinträchtigt.

Bild: Auf dem Gelände des Humboldt-Schlösschen in Hettstedt-Burgörner befindet sich das Mansfeld-Museum.

Bild: Auf dem Gelände des Humboldt-Schlösschen in Hettstedt-Burgörner befindet sich das Mansfeld-Museum.

Bild: Die Büste des Wilhelm von Humboldt vor dem Humboldt-Schlösschen in Hettstedt-Burgörner.

Bild: Die Büste des Wilhelm von Humboldt vor dem Humboldt-Schlösschen in Hettstedt-Burgörner.

Sie klagte zwar mehrfach gegen die Gewerkschaft und ihr wurde auch Recht gesprochen, aber die Gewerkschaft konnte mit den damaligen technischen Mitteln die Auflagen des Gerichtes nicht erfüllen. 1885 ging das Gut durch Verkauf an die Kupferschieferbauende Gewerkschaft über. Oberberg- und Hüttendirektor war in dieser Zeit Ernst Leuschner. Das Schloss wurde mit einem Kostenaufwand von 9000 Reichsmark renoviert. Hier fanden in der ersten Zeit die halbjährlichen Sitzungen der Deputierten der Gewerkschaft statt.

Ab 1908 war das Schloss Burgörner Sommersitz des Oberg- und Hüttendirektors. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden im Schloss Wohnungen für Berg- und Hüttenangestellte eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die landwirtschaftlich genutzten Flächen und Gebäude des Gutes im Rahmen der Bodenreform an Neubauern vergeben. Später gingen diese Flächen und Gebäude in eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft über.

Das Schloss Burgörner wurde von der Stadt Hettstedt übernommen und wurde lange Jahre als Mietshaus verwendet. Der zum Schloss gehörige Turm wurde 1962 abgerissen, als zwar Geld aber keine Fachkräfte für seine Sanierung zur Verfügung standen. Dem Schloss blieb der Abriss erspart, obwohl auch dieser Schritt seit 1982 geplant war. 1984 übernahm das VEB Mansfeld Kombinat Wilhelm Pieck das Schloss Burgörner.

Da das Kombinat an dieser historischen Stelle zu Ehren des 200. Jahrestages der Errichtung der ersten Deutschen Dampfmaschine wattscher Bauart plante, war der Bestand gesichert. Pünktlich zur Zweihundertjahrfeier konnte im Oktober der Nachbau der Dampfmaschine auf dem Gelände des Humboldtschlösschens vorgeführt werden. Die Dampfmaschine ist zweifellos eines der spektakulärsten Exemplare des Museums. Auch das Schloss wurde bis 1989 umfassend saniert.

Auch die schöne barocke Treppe wurde handwerklich perfekt vom Baubetrieb des Kombinates restauriert. Heute ist auf dem weitläufigen Gelände des Humboldt-Schlösschen das Mansfeld-Museum untergebracht. Hier sind Exponate des Kupferschieferbergbaues und der Verarbeitung des Kupfers hautnah erlebbar.

Bild: Eine besondere Sehenswürdigkeit des Mansfeld-Museums ist die Statue des Kamerad Martin unmittelbar im Eingangsbereich des Humboldt-Schlösschens direkt vor der noch zu Vorwendezeiten vom Baubetrieb des VEB Mansfeld-Kombinat handwerklich perfekt restaurierten Treppe.

Bild: Eine besondere Sehenswürdigkeit des Mansfeld-Museums ist die Statue des Kamerad Martin unmittelbar im Eingangsbereich des Humboldt-Schlösschens direkt vor der noch zu Vorwendezeiten vom Baubetrieb des VEB Mansfeld-Kombinat handwerklich perfekt restaurierten Treppe.

Bild: Vitrinen mit bergmännischem Geleucht im Humboldt-Schlösschen.

Bild: Vitrinen mit bergmännischem Geleucht im Humboldt-Schlösschen.

Bild: Mit diesen bergmännisches Geräten wurde in historischer Zeit das Kupfererz im Mansfelder Revier gewonnen.

Bild: Mit diesen bergmännisches Geräten wurde in historischer Zeit das Kupfererz im Mansfelder Revier gewonnen.

Bild: Die hier ausgestellten Bergmannsuniformen wurden von den Bergleuten nur an Feiertagen getragen.

Bild: Die hier ausgestellten Bergmannsuniformen wurden von den Bergleuten nur an Feiertagen getragen.

Bild: Dampfmaschinen auf dem Freigelände des Mansfeld-Museum. An den regelmäßig durchgeführten Dampftagen werden diese Exponate sogar in Betrieb genommen.

Bild: Dampfmaschinen auf dem Freigelände des Mansfeld-Museum. An den regelmäßig durchgeführten Dampftagen werden diese Exponate sogar in Betrieb genommen.

Bild: Dampfmaschinen auf dem Freigelände des Mansfeld-Museum. An den regelmäßig durchgeführten Dampftagen werden diese Exponate sogar in Betrieb genommen.

Bild: Dampfmaschinen auf dem Freigelände des Mansfeld-Museum. An den regelmäßig durchgeführten Dampftagen werden diese Exponate sogar in Betrieb genommen.

Bild: Historische Walzwerke im Freigelände des Mansfeld-Museum.

Bild: Historische Walzwerke im Freigelände des Mansfeld-Museum.

Bild: Hammerwerk auf dem Freigelände des Mansfeld-Museum.

Bild: Hammerwerk auf dem Freigelände des Mansfeld-Museum.

Bild: Mit dieser Kleinbahn wurde die bei der Verhüttung des Kupfererzes reichlich anfallende Schlacke auf die Halden transportiert.

Bild: Mit dieser Kleinbahn wurde die bei der Verhüttung des Kupfererzes reichlich anfallende Schlacke auf die Halden transportiert.

Bild: Die bei der Verhüttung des Kupferschiefers reichlich anfallende Schlacke ließ sich vielfältig verwenden.Hier zum Beispiel als Futtertrog für Hausschweine aus Mansfeld-Schlacke.

Bild: Die bei der Verhüttung des Kupferschiefers reichlich anfallende Schlacke ließ sich vielfältig verwenden.Hier zum Beispiel als Futtertrog für Hausschweine aus Mansfeld-Schlacke.

Bild: Kläubestall für Kupfererz. In diesen Kläubeställen wurde das taube Gestein manuell vom metallhaltigen Gestein getrennt.

Bild: Kläubestall für Kupfererz. In diesen Kläubeställen wurde das taube Gestein manuell vom metallhaltigen Gestein getrennt.

Bild: Bergwerksbahn, die so genannte Geikelmannsbahn.

Bild: Bergwerksbahn, die so genannte Geikelmannsbahn.

Bild: Funktionsmodell der Hettstedter Dampfmaschine auf der Preußischen Hoheit.

Bild: Funktionsmodell der Hettstedter Dampfmaschine auf der Preußischen Hoheit.

Das Mansfeld Museum ist mit seinen Exponaten gleichsam ein Wegweiser durch die Industrielle Revolution in Deutschland. Als Industrielle Revolution bezeichnet man die Zeit nach der Französischen Revolution, als die von James Watt erfundene Dampfmaschine weite Verbreitung erreichte. Durch diese und andere Erfindungen im Maschinenbau und in der chemischen Industrie entstanden erstmals große Fabriken und Konzerne, was zu einer Abwanderung von Landarbeitern in die Städte führte.

In Deutschland förderte die Gründung des Deutschen Zollvereins 1834 und dem Bau der ersten Dampfeisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth ein Jahr später den schnellen und günstigen Austausch von Waren und Menschen. Nachteil der Industriellen Revolution waren eine zunehmende Verelendung der breiten Masse der Industriearbeiter, die sehr häufig in elenden Quartieren hausen mussten und von einigen Fabrikbesitzer fast wie Sklaven behandelt wurden.

Allerdings gab es auch positive Beispiele. Einige Unternehmer sorgten – auch in ihrem eigenen Interesse – dafür das es ihrer Belegschaft relativ gut ging. Weitere Verlierer waren zum Beispiel das Schuhmachergewerbe, da dessen Produkte wesentlich billiger in den neuen Fabriken hergestellt werden konnten. Auch kam es in dieser Zeit zu einer vermehrten Auswanderung nach Nordamerika.

Durch die sozialen Ungerechtigkeiten kam es in dieser Zeit immer wieder zu lokalen Streiks oder Ausschreitungen von Berufsgruppen, z.B. dem Weberaufstand in Schlesien im Jahre 1844, der letztendlich in der erfolglosen Revolution von 1848 endete. Dieses änderte sich erst als nach der Reichsgründung im Jahre 1871 umfangreiche Sozialreformen durchgeführt wurden. Dies waren zum Beispiel im Jahre 1883 Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung sowie das Verbot der übermäßigen Kinderarbeit.

Dies hatte handfeste Gründe: bei der Musterung waren teilweise nur noch 40 Prozent der untersuchten Männer in Preußen zu Wehrdienst tauglich, obwohl die preußischen Militärärzte sicherlich nicht sehr wählerisch waren. Der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck förderte diese Gesetze um die Arbeiter an das Reich zu binden und den sozialistischen Parteien Mitglieder zu entziehen, was ihm aber im Nachhinein betrachtet nicht gelang.

Externe Links:
Die offizielle Internetseite des Deutschen Museum München
www.deutsches-museum.de
Historische Informationen über Hettstedt Burgörner
http://www.hettstedt-burgoerner.de

  1. Gabriele von Bülow (1802 – 1887) war die jüngste Tochter von Wilhelm und Caroline von Humboldt. Sie heiratete 1821 den preußischen Gesandten und späteren Außenminister Heinrich von Bülow (1791 – 1846). []

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