Freyburg an der Unstrut – Die Neuenburg

Hoch über der uralten und geschichtsträchtigen Kulturlandschaft des Unstruttales, in der Nähe des Städtchens Freyburg, erheben sich die alterwüdigen Mauern der Neuenburg. Mit dem Bau der Burganlage wurde gegen 1090 durch Ludwig der Springer begonnen. Die Burg diente – genau wie die Wartburg bei Eisenach – der Sicherung der umfangreichen Besitzungen des Reiches der Thüringer. Entsprechend dürfte bereits um diese Zeit die Befestigung der Anlage ausgefallen sein: tiefe Gräben, Wälle und Bergfried waren sicher vorhanden.


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Im 12. Jahrhundert wurde die Burg beträchtlich erweitert. Zu dieser Zeit – die Stauffer herrschten über die deutschen Lande – fanden die Thüringer Landgrafen wegen der verwandtschaftlichen Verbandelung beider Geschlechter eine besondere Förderung. Kaiser Friedrich Barbarossa belehnte schließlich Ludwig den III., seinen Neffen, mit der Pfalzgrafschaft Sachsen. Die Thüringer orientierten sich in Richtung Osten und Anlage und Ausdehnung der Neuenburg bekräftigte diesen Machtanspruch. Die Expansionspolitik der Landgrafen fand ihren Höhepunkt in der Hochzeit von Ludwig dem IV. und Elisabeth von Ungarn, die im Alter von 24 Jahren starb und wegen ihres sozialen Engagements bereits vier Jahre nach ihrem Tode – man schrieb das Jahr 1235 – heilig gesprochen wurde.

Auch im 15. und 16. Jahrhundert – die Burg gehörte längst dem Hause Wettin – fand eine rege Bautätigkeit auf dem Burgberg statt. Die Burg wurde zum Schloss umgebaut. Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage dann als Jagdschloss und Sommersitz verwendet. Ab 1770 wurde die Burg fand die Burg eine neue – nicht ganz standesgemäße aber zweckmäßige – Nutzung als Armenhaus, Zeughaus und Gefängnis. Mit dem Übergang Freyburgs an Preußen im Jahre 1815 herrschte auch hier die bekannte preußische Zweckmäßigkeit: nicht mehr benötigte Gebäude wurden abgerissen.

Der Architekt Karl Friedrich Schinkel wollte die Neuenburg zu einer künstlichen Ruine machen. Doch hier intervenierte die preußische Verwaltung – ausschließlich wegen zu hoher Kosten. Schließlich wurde die Vorburg der Neuenburg als preußische Staatsdomäne vereinnahmt. Die landwirtschaftliche Nutzung ist der Anlage auch heute noch anzusehen. Die Hauptburg wurde vielfältig genutzt, unter anderem als Museum.

Die Nationalsozialisten nutzten die Neuenburg als Gauführerinnenschule und – ganz im Geiste dieser Zeit – als Heimatmuseum. 1951 wurde die Kernburg der Neuenburg als Abteilung der Landesgalerie Sachsen wiedereröffnet. 1970 wurde die Burg wegen großer Bauschäden geschlossen. Im Juni 1989 entfachte zudem ein Blitzschlag ein Feuer in der Neuenburg. Seit 1990 wurde die Neuenburg in mühe- und liebevoller Arbeit wieder ihrer musealen Bestimmung zugeführt. Der Besucher findet heute eine gepflegte Anlage, in der sich einiges über die Geschichte der alten Weinbauregion Saale-Unstrut erfahren lässt.

Externe Links:
Die offizielle Internetseite der Neuenburg bei Freyburg
http://www.schloss-neuenburg.de
Die Neuenburg bei Freyburg – WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Neuenburg_(Freyburg)
Elisabeth von Ungarn – ÖKUMENISCHES HEILIGENLEXIKON
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Elisabeth_von_Thueringen.htm
Elisabeth von Ungarn – WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_von_Th%C3%BCringen
Ludwig der Springer – WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_der_Springer

Über Birk Karsten Ecke

Geboren im Unterharz - wie fast jeder meiner Generation in Wippra / Südharz. Mein Lebensmittelpunkt ist seit vielen Jahren die bayerische Landeshauptstadt München, dennoch fühle ich mich meiner "alten Heimat" dem Mansfelder Land sowie dem Harz und dem Harzvorland nach wie vor eng verbunden. Neben der Fotografie interessiere ich mich für die deutsche Geschichte von der Frühzeit bis in die Gegenwart.

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