Günther Prien – Der berühmte Kapitänleutnant und Ritterkreuzträger aus Naumburg

Günther Prien wurde am 16.01.1908 in Osterfeld bei Naumburg geboren. Nachdem er 1923 die Schule beendete, begann er seine Laufbahn bei der Handelsmarine und fuhr 8 Jahre lang als Schiffsjunge und Matrose zur See. Im Jahr 1929 machte er sein Steuermannspatent und schon 3 Jahre später auch sein Kapitänspatent. Aufgrund der sich rapide verschlechternden Wirtschaftslage in der Seefahrt trat Prien im Januar des Jahres 1933 als einfacher Matrose der Reichsmarine bei. Nach der bestandenen Ausbildung und einem kurzen Zwischenspiel auf dem LEICHTEN KREUZER KÖNIGSBERG wechselte er im Jahr 1935 als Leutnant zur See in die neu geschaffene U-Boot Waffe.

Bild: Kapitänleutnant Günther Prien. Bild: Under the licence of Commons:Bundesarchiv. Bundesarchiv, Bild 183-2006-1130-500 / Schulze, Annelise (Mauritius) / CC-BY-SA.

Bild: Kapitänleutnant Günther Prien.
Bild: Under the licence of Commons:Bundesarchiv. Bundesarchiv, Bild 183-2006-1130-500 / Schulze, Annelise (Mauritius) / CC-BY-SA.

1937 diente er als 1. Wachoffizier auf U-26 unter dem später bekannt gewordenen Werner Hartmann. Diese Fahrten führten ihn auch in spanische Gewässer, wo seinerzeit ein erbarmungsloser Bürgerkrieg tobte, in denen sich die U-Boot Leute auf ihren blutigen Einsatz im 2. Weltkrieg vorbereiten sollten. Ende 1938 wurde ihm das Kommando über U-47 übertragen, dem Boot, das später das berühmteste U-Boot des Zweiten Weltkriegs werden sollte. Im Februar 1939 erfolgte seine Beförderung zum Kapitänleutnant und schon 4 Tage nach dem Beginn des wohl blutigsten Krieges der Menschheit konnte der KALEU mit SEINEM Boot den ersten Erfolg verzeichnen und das britische Frachtschiff BOSNIA versenken.

Bei dem Angriff gab es glücklicherweise keine Opfer und in den nächsten 2 Tagen konnte das U-Boot noch 2 weitere alliierte Schiffe versenken. Prien erhielt als Auszeichnung für seine Siege schon am 25. September das EISERNE KREUZ 2. KLASSE, bevor es in der Nacht vom 13. zum 14. Oktober zu einer der wagemutigsten Aktionen in der Geschichte des Seekrieges kam: U-47 drang unter einer großartigen navigatorischen Leistung des Kommandanten und seiner Besatzung in den stark gesicherte britische Flottenstützpunkt SCAPA FLOW ein und versenkte dort das Schlachtschiff HMS ROYAL OAK und beschädigte das Flugzeugmutterschiff PEGASUS. Bei diesem Angriff kamen 800 britische Seeleute ums Leben. Bei seiner Rückkehr nach Wilhelmshaven am 17. Oktober bekam Prien das Eiserne Kreuz erster Klasse und später von Hitler persönlich als erstem Angehörigen der U-Boot Waffe das Ritterkreuz verliehen, nachdem auch der gesamten Besatzung das EK I. Verliehen wurde.

Nach dieser einzigartigen Leistung wurde Prien nur noch der STIER VON SCAPA FLOW genannt und das Boot zierte das Symbol eines vor Wut schnaubenden Stiers. Nach weiteren Einsätzen zum Beispiel bei dem Unternehmen WESERÜBUNG und in der Atlantikschlacht wurde Prien am 21. Oktober 1940 das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Priens Erfolge wurden von den Nationalsozialisten massiv ausgeschlachtet, so kam es zu vielen Auftritten um die Moral der Bevölkerung und der Soldaten zu heben und im Dezember wurde auch ein Buch mit seinen Heldentaten veröffentlicht, was nach dem Krieg auch im Ausland erfolgreich war. Am 20.02.1941 lief Prien zu seiner letzten Feindfahrt aus. Möglicherweise wurde sein U-Boot wurde es am 07.03.1941 versenkt oder ist einem Unfall zum Opfer gefallen. Einige Tage später wurde Günther Prien zum Korvettenkapitän befördert. Sein Tod wurde der deutschen Bevölkerung erst am 24.05.1941 bekannt gegeben. Günther Prien versenkte etwas mehr als 160.000 BRT feindlichen Schiffsraums und das Schlachtschiff ROYAL OAK.

Bild: Das deutsche U-Boot U-47 unter Günter Prien fährt nach der Versenkung der ROYAL OAK nach Kiel zurück. Im Hintergrund ist die SCHARNHOST zu sehen. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Bild: Das deutsche U-Boot U-47 unter Günter Prien fährt nach der Versenkung der ROYAL OAK nach Kiel zurück. Im Hintergrund ist die SCHARNHOST zu sehen.
Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Externe Links:
U 26 (Kriegsmarine) – WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/U_26_(Kriegsmarine)
U 47 (Kriegsmarine) – WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/U_47_(Kriegsmarine)
U-Boot-Krieg – WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Krieg

Weiterführende Literatur:
Blair, C.
Der U-Boot Krieg
Wilhelm Heyne Verlag GmbH München, 1999
ISBN 3-8289-0512-9

Buchheim L.-G.
Das Boot
R. Piper & Co. Verlag, München 1973
ISBN 3-492-02175-1

Hirschfeld, W.
Feindfahrten – Das Logbuch eines U-Boot Funkers
Neuer Kaiser Verlag Klagenfurt, 1991
ISBN 3-7014-0189-6

Weiterführende Filme:
U 47 – Kapitänleutnant Prien
Regie: Harald Reinl
Drehbuch: Joachim Bartsch, Udo Wolter
Bundesrepublik Deutschland 1958

Das Boot
Regie: Wolfgang Petersen
Drehbuch: Wolfgang Petersen
Bundesrepublik Deutschland 1981

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