Rossla – Das Schloss

Das Schloss Roßla wurde zwischen 1827 und 1831 im Stil des Klassizismus am Ufer des Flüsschens Helme erbaut. An der Stelle des heutigen Schlossbaues hat bereits im 12. Jahrhundert eine Wasserburg gestanden. Diese Burg hatte zeitweise den Status einer Reichsburg. Die Wasserburg wechselte oft die Besitzer: von Roßla, von Nordheim und von Rothenburg. Auch die mächtigen Grafen von Beichlingen und die ebenfalls wichtigen Grafen von Hohnstein waren Besitzer der Burg.


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Im Jahre 1341 kamen die Ortschaft Roßla sowie weitere Orte der Goldenen Aue an die Grafen von Stolberg. Roßla wurde zum Amtsdorf. Die Besitzverhältnisse der Wasserburg zu dieser Zeit liegen allerdings im Dunkeln. Mit dem Tode des Grafen Christoph Ludwig I. von Stolberg 1704 kam es zu einer Teilung des Erbes unter seinen beiden Söhnen, Christoph Friedrich und Jost Christian. Der Teilung der Grafschaft ging eine genaue Inventarisierung des Gesamtbesitzes voran. Graf Jost Christian bekam Roßla zugewiesen. Ab dem 10. April 1706 wurde über den Teilungsvertrag auf Schloss Stolberg verhandelt. Am 19. Juli des gleichen Jahres wurde er unterschrieben. Graf Jost Christian begründete an diesem Tag die Linie Stolberg-Roßla.

Der Graf bezog im Jahre 1709 seine Residenz in Roßla – wahrscheinlich die alte Wasserburg. Da jedoch König Georg I. von Großbritannien – gleichzeitig als Georg Ludwig Kurfürst von Hannover und damit einer der Lehnsherren der Grafen von Stolberg – Einsprüche gegen die Verteilung des Gebietes eingelegt hatte, musste der Teilungsvertrag nachverhandelt werden. Dieser neue Vertrag wurde am 6. Juli 1719 in Uftrungen besiegelt. Die Grafschaft Roßla bestand von nun an aus den Ämtern Roßla und Wolfsberg, den halben Ämtern Questenberg und Bärenrode, dem Dorf Breitenstein sowie den Gerichtsdörfern Uftrungen, Dietersdorf und Dittichenrode. Die neue Grafschaft hatte also für die kleinstaatlichen Verhältnisse Deutschlands jener Zeit eine durchaus respektable Ausdehnung.

Der klassizistische Schlossneubau des Jahres 1827 wurde um den Innenhof der mittelalterlichen Wasserburg herum aufgeführt. Nur der unterterste Teil des Schlossturmes ist noch von der alten Wasserburg erhalten. Das Schloss enthielt in den Jahren der Nutzung durch die Grafen von Stolberg-Roßla zahlreiche Kunstschätze. Darunter eine Bibliothek mit 30000 Bänden und 10000 Leichenpredigten. Noch heute sehenswert ist der Schlosspark mit seinen alten und seltenen Bäumen.

Bild: Alte Platane im Schlosspark zu Roßla.

Bild: Alte Platane im Schlosspark zu Roßla.

Nach der Enteignung der Grafen von Stolberg-Roßla nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss von der Gemeinde Roßla unter anderem als Kindergarten und Kulturhaus genutzt. 2004 wurde der gemeinnützige Verein Kultur Schloss Roßla ins Leben gerufen, der einerseits die Erhaltung des Schlosses sicherstellen und andererseits eine sinnvolle Nutzung ermöglichen soll. Das Schloss wird zurzeit aufwändig instand gesetzt.

Bild: Impressionen vom Schloss Roßla.

Bild: Impressionen vom Schloss Roßla.

Bild: Impressionen vom Schloss Roßla.

Bild: Impressionen vom Schloss Roßla.

Bild: Impressionen vom Schloss Roßla.

Bild: Impressionen vom Schloss Roßla.

Über Birk Karsten Ecke

Geboren im Unterharz - wie fast jeder meiner Generation in Wippra / Südharz. Mein Lebensmittelpunkt ist seit vielen Jahren die bayerische Landeshauptstadt München, dennoch fühle ich mich meiner "alten Heimat" dem Mansfelder Land sowie dem Harz und dem Harzvorland nach wie vor eng verbunden. Neben der Fotografie interessiere ich mich für die deutsche Geschichte von der Frühzeit bis in die Gegenwart.

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