Straßberg im Harz – Das Besucherbergwerk Grube Glasebach

Der heute noch als Besucherbergwerk zugängliche Schacht Grube Glasebach wurde im Jahre 1689 erstmals erwähnt. Gewonnen wurden Erz sowie Flussspat (Calziumfluorid CaF2) als Hüttenzuschlag. 1736 wurde die Anlage erstmals stillgelegt, aber bereits 1752 wurde die Förderung wieder aufgenommen. 1762 wurde wegen zunehmeder Probleme mit der Wasserhaltung in der Schachtanlage wasserkraftbetriebene Pumpen – die Straßberger Schwingenkunst – eingesetzt. Bis dahin musste das Wasser manuell mittes Haspel und Eimer an die Oberfläche gefördert werden.


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In diesem Jahr wurde auch die Endteufe des Schachtes auf der 5. Sohle erreicht. In den darauf folgenden Jahren bis 1810 lag der Bergwerksbetrieb immer wieder für einige Jahre still. Von 1837 bis zur Schließung der Anlage im Jahre 1856 wurde intensiv Flussspat als wichtiger Zuschlagstoff für die Stahlindustrie gefördert. In den Jahren 1949/50 wurde der alte Schacht wieder geöffnet und die Flussspatförderung wieder aufgenommen. 1956 fanden bei einem Wassereinbruch 6 Bergleute den Tod. 1982 wurde die Flussspatgewinnung in der Grube Glasebach wegen zu geringer Abbauwürdigkeit eingestellt.

Die Anlage wurde aber noch als Material- und Wetterschacht für die benachbarte Grube „Fluorschacht“ offengehalten. Im Jahre 1995 wurde dann – trotz vorhergehender großer Widerstände und bürokratischer Hürden – das Bergwerksmuseum Grube Glasebach eröffnet. Dank dem Montanverein Straßberg ist das Museum heute ein lebendiges Zeugnis der Technik sowie der Lebens- und Arbeitsumstände der Bewohner des Harzes aus längst vergangenen Zeiten.

Beim Betreten der Museumsanlage fällt dem Besucher sofort die von niedrigen Gebäuden umgebene Stahlkonstruktion des Förderturmes aus dem Jahre 1976 auf. Trotz seines geringen Alters steht dieser Förderturm unter Denkmalschutz. Sehenswert sind auch die anderen Exponate der Außenanlage, die allesamt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im bergbaulichen Einsatz waren.

Bemerkenswert sind außerdem die Ausstellungstücke in den Gebäuden, die unter anderem Teile sowie ein maßstabsgetreues Funktionsmodell der “Straßberger Wasserkunst” und mineralische Fundstücke umfassen. Die eigentliche Attraktion ist zweifellos eine der Führungen in das Stollensystem der Schachtanlage. Hierbei kann auch das im Durchmesser 9,20 Meter umfassende Kunstrad zum Antrieb der Pumpen der so genannten Straßberger Wasserkunst in seiner Funktion besichtigt werden.

Ein wichtiger Tip: Die Untertageführung in der Grube Glasebach ist mit etwas Schmutz verbunden. Die Stollen sind feucht, so dass einigermaßen festes Schuhwerk, also mindestens Halbschuhe, vorteilhaft sind. Zusätzlich werden Regenjacken und ein Fahrhut, also ein Schutzhelm, ausgegeben. Wegen der deutlich geringeren Temperatur unter Tage sollten Sie im Sommer zusätzlich zu ihrer normalen Kleidung etwas wärmeres zum Überziehen mitnehmen. Ein warmer Pullover oder eine Strickjacke sind auf jeden Fall zu empfehlen.

Externe Links:
Die offizielle Internetseite des Bergwerksmuseums Grube Glasebach
www.grube-glasebach.de

Über Birk Karsten Ecke

Geboren im Unterharz - wie fast jeder meiner Generation in Wippra / Südharz. Mein Lebensmittelpunkt ist seit vielen Jahren die bayerische Landeshauptstadt München, dennoch fühle ich mich meiner "alten Heimat" dem Mansfelder Land sowie dem Harz und dem Harzvorland nach wie vor eng verbunden. Neben der Fotografie interessiere ich mich für die deutsche Geschichte von der Frühzeit bis in die Gegenwart.

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