Albrecht VII. von Mansfeld

Bild: Albrecht VII. von Mansfeld-Hinterort. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Albrecht wurde am 18. Juni 1480 als vierter Sohn des Grafen Ernst I. von Mansfeld und der Gräfin Margaretha von Mansfeld [1] in Leipzig geboren. Bereits im Alter von sieben Jahren übernahm er – zumindest pro forma – die Regierungsgeschäfte, weil sein Vater gestorben war. Albrecht VII. war einer der wichtigsten Vertreter der Grafen von Mansfeld in der Reformationszeit – allerdings nicht immer nur im positiven Sinne. Um 1500 gründete Graf Albrecht die Eislebener Neustadt als Bergarbeitersiedlung. Die Neustadt wurde von Albrecht mit einer Kirche und einem Kloster ausgestattet. Im Jahre 1511 ließ er auf dem Schlossberg von Mansfeld zusätzlich zu den schon vorhandenen Schlössern Vorder- und Mittelort das Schloss Hinterort bauen. Margaretha von Mansfeld war die Tochter des Grafen Gebhard VI. von Mansfeld. Hier wurde praktisch in der engeren Verwandschaft geheiratet. Margaretha war aber an sich keine schlechte Partie. Ihr Vater hatte sein Territorium deutlich erweitern können und der…

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Martin Luther – Reformator und Bibelübersetzer

Bild: Luther vor Karl V. auf dem Reichstag zu Worms 1521. Wandgemälde (um 1880) von Hermann Wislicenus in der Kaiserpfalz Goslar. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Der wohl berühmteste Sohn des Mansfelder Landes, Martin Luther, wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Später erfolgte eine Übersiedelung der Familie Luther nach Mansfeld. Sein Vater, Hans Luder [1], brachte es bis zum Ratsmitglied der Stadt Mansfeld. Dadurch kreditwürdig geworden, konnte er einige Hütten in der Bergbauregion pachten. Im Laufe der Zeit und gefördert durch günstige wirtschaftliche Umstände konnte Hans Luther immerhin 10 Prozent der damaligen Jahresproduktion an Mansfelder Kupfer erzeugen, das entsprach etwa 100 Tonnen Kupfer und 600 Kilogramm Silber mit einem Materialwert von etwa 39000 Gulden. Luthers Vater war also nach heutigen Begriffen ein außerordentlich erfolgreicher mittelständischer Unternehmer. Er hätte es deshalb auch gern gesehen, wenn sein Sohn ebenfalls Hüttenmeister geworden wäre. Der Name Luther wurde erst von Martin Luther eingeführt. [↩]

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Thomas Müntzer – Der charismatische Führer des Bauernkrieges in Mitteldeutschland

Bild: Detailausschnitt vom Denkmal für Thomas Müntzer in der Harzstadt Stolberg. Foto © 2011 by Bert Ecke.

Thomas Müntzer wurde etwa 1490 in Stolberg im Harz geboren. Seine Eltern dürften nicht unvermögend gewesen sein. Von 1506 bis 1512 studierte er Theologie in Leipzig und Frankfurt an der Oder. Ab 1514 hatte er mehrere Pfarrstellen, unter anderem in Braunschweig. 1516 und einen Teil des Jahres 1517 war er Propst an der Stiftskirche Frose. Noch im gleichen Jahr war Müntzer an der Universität Wittenberg eingeschrieben, an der er bis 1518 studierte. Hier hatte er wahrscheinlich Kontakt zu Martin Luther und anderen zeitgenössischen Persönlichkeiten.

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Wolfgang von Anhalt-Köthen

Bild: Wolfgang von Anhalt-Köthen.

Wolfgang von Anhalt-Köthen ist ein weiterer wichtiger Vertreter der Fürsten von Anhalt, der sich mit seiner ganzen Kraft für die Reformation einsetzte. Als Zeitgenosse des Grafen Albrecht VII. von Mansfeld-Hinterort hat auch er die Ächtung und den zeitweisen Verlust seiner Güter hinnehmen müssen.  Wolfgang von Anhalt-Köthen wurde am 01.08.1492 in Köthen geboren. Sein Vater war Fürst Waldemar VI. von Anhalt und seine Mutter Margarete von Schwarzburg. Sein Vater setzte ihn 1507 als Vogt über die Reichsabtei Gernrode ein, um ihn auf seine zukünftige Aufgabe als Fürst vorzubereiten. 1508 starb Waldemar VI. und Wolfgang übernahm die Regierungsgeschäfte im Köthener Anteil des anhaltinischen Landes. Damit hatte er die Macht über die Ländereien um Coswig, einen Teil von Zerbst, Bernburg, Köthen, Sandersleben, Ballenstedt und Dornburg. Nach 1513 trat Wolfgang in den Dienst der sächsischen Ernestiner [1]. Seine Leistungen müssen hervorragend gewesen sein, denn er avancierte bald zum Geheimen Rat. In dieser Eigenschaft reiste…

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Johannes Agricola Eisleben – Reformator und Oberhofprediger

Bild: Die Kirche St. Nikolai zu Eisleben. Hier wirkte Johannes Agricola als Pfarrer.

Johannes Agricola wurde am 20. April 1492 in Eisleben geboren. Sein Vater nannte sich Albrecht Schnitter und war von Beruf Schneider. Der Nachname Agricola leitet sich aus dem lateinischen Wort Bauer ab. Weitere Rufnamen des Johannes Agricola waren Johann Schneider, Johannes Eisleben, Magister Islebius oder Hans Bauer. Agricola genoss eine für seine Zeit ausgezeichnete Schulbildung. Zuerst besuchte er das Martino-Katharineum in Braunschweig und 1506 ging er an eine Schule in Leipzig, wo er im Jahre 1509 an der Universität ein Studium begann. Nach dem Baccalaureat [1] ging er zurück nach Braunschweig und arbeitete als Lehrer. Der Baccalaureus – heute Bachelor – ist der erste akademische Grad. [↩]

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Der Große Deutsche Bauernkrieg und die Rolle des Predigers Thomas Müntzer in Mitteldeutschland

Bild: Aufständische Bauern mit Bundschuhfahne umzingeln einen Ritter. Holzschnitt des sog. Petrarca-Meisters aus dem Trostspiegel, 1539. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Die Ursachen für den Großen Deutschen Bauernkrieg Dem Großen Deutschen Bauernkrieg der Jahre 1524 bis 1526 gingen mehrere Bauernaufstände voran, so etwa im 13. und 14. Jahrhundert in der Schweiz und Flandern und im 15. Jahrhundert in Böhmen und wiederum einigen Kantonen der Schweiz. Die Ursache für all diese Erhebungen war die zunehmende Verschlechterung der Lebensumstände der Bauern. Die Bauern hatten die Hauptlast der Aufrechterhaltung der Feudalgesellschaft zu tragen.

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Bad Frankenhausen – Das Bauernkriegs-Panorama und das Monumentalgemälde von Prof. Werner Tübke

Im südlichen Vorland des Harzes befindet sich zwischen dem Kyffhäuser-Gebirge und der Stadt Bad Frankenhausen auf dem so genannten Schlachtberg das Bauernkriegs-Panorama. Auf dem Schlachtberg soll im Mai 1525 das letzte Gefecht des Bauernkrieges in Mitteldeutschland stattgefunden haben, in deren Verlauf die Bauern vernichtend geschlagen wurden. Dabei sollen etwa 6000 Bauern ums Leben gekommen sein.

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Wimmelburg – Das ehemalige Kloster St. Cyriacus der Grafen von Mansfeld

Bild: Impressionen vom ehemaligen Kloster Wimmelburg.

In Wimmelburg sind gegenüber des modernen Einkaufsmarktes die Reste einer sehr alten Klosteranlage zu sehen. Mit diesen Resten hat es folgende Bewandtnis. Einst befand sich auf dem Friedrichsberg – das ist die nördlich des Ortes gelegene Anhöhe – eine Burg. Die Burg muss bereits sehr früh gegründet worden sein, denn Urkunden belegen den Tod eines Pfalzgrafen Siegfried von Sachsen im Jahre 1034. Nur kurze Zeit später wurde die Burg durch die Gräfin Christina von Mansfeld – sie war vermutlich die Schwester des Pfalzgrafen Siegfried und die Frau des Grafen Hoyer I. von Mansfeld – in ein Kloster umgewidmet.

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Walkenried am Harz – Das ehemalige Kloster

Bild: Winterliche Impressionen von der Ruine des ehemaligen Klosters Walkenried.

Die Stiftung des Klosters Walkenried erfolgte im Jahr 1127 durch Adelheid von Walkenried, die auf einer Pilgerreise die Mönche des Zisterzienserklosters Kamp im heutigen Kamp-Lintfort kennenlernte und sie zu einer Besiedelung ihres Gebietes überreden konnte. Der zur Verfügung gestellte Bauplatz befand sich auf dem Gelände der im Jahre 1074 zerstörten Reichsburg Sachsenstein und erfüllte die Bedürfnisse der Mönche sehr gut: eine gesicherte Wasserversorgung durch den Fluss WIEDA und die relative Abgeschiedenheit in einer damals noch sehr schwach besiedelten Gegend. Nachdem die Grundvoraussetzungen gegeben waren, konnte im Jahre 1129 der Gründungskonvent einziehen und mit dem Bau der ersten romanischen Kirche beginnen.

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Ermsleben – Das ehemalige Kloster Konradsburg

Bild: Die Konradsburg bei Ermsleben.

Spricht man heute von der Konradsburg, ist damit ein seit uralten Zeiten besiedelter reizvoller Berg mit den Resten einer Burg, einer spätromanischen Kirche mit zugehöriger Krypta und Wohn- sowie Wirtschaftsgebäuden in der Nähe des Städtchens Ermsleben im Landkreis Harz gemeint. Der Berg wurde bereits in der Bronzezeit bewohnt, was durch zahlreiche Keramikfunde belegbar ist.

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Neustadt im Harz – Die Ruine der Burg Hohnstein

Bild: Die Burgschänke in der Burgruine Hohnstein bei Neustadt im Harz.

Die Burgruine Hohnstein liegt inmitten dichter romantischer Wälder hoch über dem Ort Neustadt im Harz. Erstmals wurde die Burg im Jahre 1120 erwähnt. Über einen Zeitraum von fast 300 Jahren war die Burg Residenz der seinerzeit mächtigen Grafen von Hohnstein. Die Hohnsteiner waren unerschrockene und streitbare Herren, die auch oft mit der Reichsstadt Nordhausen in Fehde lagen. Ihre Blütezeit hatten die Herren von Hohnstein im 13. Jahrhundert.

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Heldrungen – Wasserburg, Festung und Schloss

Bild: Festungswerke und Bastionen der Wasserburg Heldrungen.

Eine erste schriftliche Erwähnung fand die Burg Heldrungen im Jahre 1126. Da der Ort inmitten einer uralten Kulturlandschaft liegt, ist aber anzunehmen, dass in diesen kriegerischen Zeiten und der exponierten geografischen Lage bereits einige Jahrhunderte vorher eine befestigte Anlage bestanden hat. Die Burg des 12. Jahrhunderts wird vermutlich noch aus Holz bestanden haben. Aber bereits um das Jahr 1200 wurde inmitten der flachen Landschaft eine steinerne Wasserburg errichtet.

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Walbeck – Das Schloss

Bild: Das Schloss Walbeck spiegelt sich im Fischteich.

Das Schloss von Walbeck im Landkreis Mansfeld-Südharz geht auf eine Klostergründung der Ottonenzeit zurück. Damals war die Harzregion für einen kurzen Zeitraum das Herz Deutschlands. Adelheid, die Witwe Ottos I., und ihre Tochter Mechthild gründeten hier im Jahre 992 ein Kloster. Die Grafen von Arnstein wurden zu Schutzvögten des Klosters berufen. Im Mitteldeutschen Bauernkrieg wurde das Kloster Walbeck, so wie andere Klöster in der Grafschaft Mansfeld auch, von den aufständischen Bauern geplündert. 1542 wurde das Kloster säkularisiert.

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