Wilhelm Bittrich – Ein Ritterkreuzträger und SS-General aus Wernigerode

Bild: Wilhelm Bittrich als Ritterkreuzträger.

Bild: Wilhelm Bittrich als Ritterkreuzträger.

Wilhelm Bittrich wurde am 26.02.1896 in Wernigerode geboren und meldete sich 1914 als Freiwilliger zum Kriegsdienst im kaiserlichen Heer und wurde ein Jahr später zum Leutnant der Reserve befördert. 1916 wechselte er zur Luftwaffe und erhielt als Pilot beide Eiserne Kreuze für den Abschuss von 3 feindlichen Flugzeugen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges schloss er sich dem Freikorps HÜLSEN an und arbeitete in verschiedenen Berufen unter anderem als Sportlehrer und Angestellter, bevor er im Jahr 1924 Fluglehrer wurde. Im April 1930 kam er als Zivilangestellter zur Reichswehr und wurde zur Ausbildung der damaligen geheimen Luftwaffe ins russische Lipezk kommandiert. 1932 trat er in die SS ein und wurde schon im Oktober desselben Jahres zum Staffelführer ernannt.

Zu Beginn des Dritten Reiches wurde er mit der Aufstellung und Organisation eines Bataillons der SS-Standarte GERMANIA betraut und machte eine schnelle Karriere, in der er 1936 zum Sturmbannführer und schon 2 Jahre später zum Obersturmbannführer befördert wurde. Am Anfang des Zweiten Weltkrieges war Bittrich Standartenführer im Stab der Leibstandarte Adolf Hitler. Nach dem Einsatz im Polen-Feldzug wurde Bittrich in das SS-Führungshauptamt versetzt, um eine zentrale Ausbildungsvorschrift für die Waffen-SS zu erstellen.

Im Russland-Feldzug wurde Bittrich an verschiedenen Frontbereichen eingesetzt und erhielt im Dezember 1941 das Ritterkreuz. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde Bittrich mit seiner Einheit auch in Frankreich und Belgien eingesetzt, bevor sie im Frühjahr 1944 wieder ins ukrainische Tarnopol verlegt wurde. Direkt nach der Alliierten Invasion im Juni des Jahres wurde das II. SS-Panzerkorps in die Normandie verlegt um dort gegen die Alliierten zu kämpfen. Kurze Zeit, nachdem er am 1. August 1944 zum General der Waffen-SS befördert und am 28. des Monats das Eichenlaub des Ritterkreuzes erhielt, wurde das Panzerkorps zur Auffüllung und Erholung in das vermeintlich ruhige Gebiet um Arnheim in den Niederlanden verlegt.

ild: Gefallene deutsche Soldaten, 1. Weihnachtsfeiertag 1944, bei Bastogne. Das Bild ist gemeinfrei, da es von einem Beamten oder Angestellten einer US-amerikanischen Regierungsbehörde in Ausübung seiner dienstlichen Pflichten erstellt wurde.

ild: Gefallene deutsche Soldaten, 1. Weihnachtsfeiertag 1944, bei Bastogne.
Das Bild ist gemeinfrei, da es von einem Beamten oder Angestellten einer US-amerikanischen Regierungsbehörde in Ausübung seiner dienstlichen Pflichten erstellt wurde.

Dort begann am 17.09 die Operation Market Garden, die größte Luftlandeoperation der Geschichte, mit über 30000 alliierten Soldaten, die den Weg in das Ruhrgebiet erkämpfen sollten und damit zu einem schnellen Ende des Krieges beitragen sollten. Die britischen Fallschirmjäger der 1. Britischen Luftlandedivision unter dem Kommando von General Robert Urquhart – auch ROY genannt – landeten genau in den Bereitstellungsräumen der Deutschen und es entwickelten sich harte Kämpfe. General Urquhart gelang es mit einigen seiner Stabsoffiziere aus der Einkesselung zu flüchten und sich zum Divisionshauptquartier durchzuschlagen, seine Einheit zu reorganisieren und den Versuch zu machen die Landung der polnischen Fallschirmjägerbrigade zu verringern, was allerdings nur zum Teil gelang.

Währenddessen befanden sich die alliierten Truppen in Arnheim unter schwerstem Beschuss der Deutschen Soldaten und auch die Verpflegung und die Munition wurde knapp, da aufgrund der schlechten Wetterlage keine ausreichende Versorgung aus der Luft möglich war. In einer Waffenruhe ließ das deutsche Oberkommando ca. 2.000 alliierte Soldaten in den Deutschen Lazaretten versorgen. Dieses für die Alliierten desaströse Ergebnis war der letzte große Abwehrsieg der deutschen Armee die im Westen unter dem Oberbefehl des 69-Jährigen Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt. Nach dem Misserfolg der deutschen Ardennenoffensive am Januarbeginn 1945 wurde Bittrich einen Monat später nach Ungarn verlegt um den Durchbruch der Roten Armee zu verhindern, was allerdings nicht gelang.

Bild: Sturmgeschütz der SS in den Ardennen. Bild: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license.

Bild: Sturmgeschütz der SS in den Ardennen.
Bild: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license.

Später wurde er nach Wien befohlen um die Stadt bis zum Letzten zu verteidigen, allerdings zog er die Soldaten ab, um eine sinnlose Zerstörung der Stadt zu verhindern. Nach Kriegsende verbrachte Bittrich insgesamt 5 Jahre in Haft, bevor er wegen der Erschießung von Mitgliedern der französische Résistance vor Gericht stand. Allerdings wurde er nicht verurteilt, da er erst im Nachhinein davon erfahren hatte und die Beteiligten zur Rechenschaft zog. Bittrich ließ sich nach seiner Entlassung am Starnberger See nieder und starb am 19.04.1979 in Wolfratshausen der Nähe von München.

Weiterführende Filme:
Die Brücke von Arnheim (orig.: A Bridge Too Far)
Regie: Richard Attenborough
Drehbuch: William Goldman
USA 1977

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